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Krankheitserreger im Fleisch

Bei der Roh­füt­te­rung macht vielen Hun­de­hal­tern die Frage nach Krank­heits­er­re­gern im Fleisch Sorgen. Die meisten davon betref­fen unsere Hunde aber bei weitem nicht in dem Maße, wie sie dem Men­schen schaden würden, zum Bei­spiel im Fall von Sal­mo­nel­len. Auch ange­lau­fe­nes Fleisch ver­tra­gen Hunde meist sehr gut, ihre Knochen ver­bud­deln viele sogar gerne, bis sie eine gewisse »Reife« erreicht haben. Nichts desto trotz sollte der Hund natür­lich nicht absicht­lich oder im Übermaß mit ver­dor­be­nem Fleisch gefüt­tert werden. Der Hund ist immer noch ein Beu­te­tier­fres­ser, kein Aas­fres­ser. Außer­dem sollte darauf geach­tet werden, nur Fleisch zu ver­wen­den, welches für den mensch­li­chen Verzehr geeig­net und frei­ge­ge­ben ist, da dieses ent­spre­chen­den Qua­li­täts­kon­trol­len unter­liegt. Im Fol­gen­den eine kurze Über­sicht der häu­figs­ten, im Fleisch ent­hal­te­nen Krank­heits­er­re­ger.

 

 

Der Aujeszky-Virus

Der Aujeszky-Virus ist ein Virus, der beson­ders im Schwei­ne­fleisch (auch Wild­schwein) auf­tritt. Er stellt keine Gefahr für den Men­schen dar – der sein Fleisch auch gut durch­brät – aller­dings für Hund und Katze. Die Inku­ba­ti­ons­zeit beträgt zwei bis neun Tage, Sym­ptome sind Schluck­be­schwer­den, Juck­reiz, Läh­mun­gen und Stö­run­gen des Ner­ven­sys­tems. Die Erkran­kung endet immer tödlich. Auch wenn Tiere deut­scher Her­kunft getes­tet und seit 2003 angeb­lich auch kom­plett frei davon sein sollten, emp­fiehlt es sich daher, auf Schwein in der Füt­te­rung zu ver­zich­ten, zumal es aus­rei­chend Alter­na­ti­ven gibt. Theo­re­tisch stirbt der Erreger aller­dings beim Durch­ga­ren (min­des­tens 60 Grad) oder beim Ein­frie­ren über min­des­tens zwei Monate ab. Tri­chi­nen können im Schwei­ne­fleisch eben­falls auf­tre­ten, auch wenn diese bei den Kon­troll­un­ter­su­chun­gen als Aus­schluss­kri­te­rium gelten.

 

 

Salmonellen

Sal­mo­nel­len bringen wir beson­ders mit Geflü­gel in Ver­bin­dung, aller­dings treten sie auch auf getrock­ne­ten Kau­ar­ti­keln wie Och­sen­zie­mer auf. Ein gesun­der Hund hat fast immer eine kleine Menge Sal­mo­nel­len im Ver­dau­ungs­trakt. Da die Enzyme der hün­di­schen Ver­dau­ung sehr aggres­siv sind, töten sie eine kleine auf­ge­nom­mene Menge Sal­mo­nel­len ohne Schwie­rig­kei­ten ab. Gefähr­lich werden sie erst, wenn der Hund bereits geschwächt ist oder sie in großer Menge auf­ge­nom­men werden. Das Tau­was­ser von Geflü­gel enthält schein­bar die meisten Sal­mo­nel­len, weshalb dieses auch abge­gos­sen werden kann. Zusätz­lich sollten vor und nach der Fleisch­ver­ar­bei­tung natür­lich hygie­ni­sche Maß­nah­men wie bei der eigenen Lebens­mit­tel­ver­ar­bei­tung getrof­fen und Fleisch nicht länger als nötig auf­ge­taut gela­gert werden. Es sei darauf hin­ge­wie­sen, dass manchen Studien zufolge 80% aller gebarf­ten Hunde sal­mo­nel­len­be­fal­le­nes Fleisch zu sich nahmen. Daran erkrankt ist keines der Tiere, aber die Sal­mo­nel­len wurden bei 30% über den Kot aus­ge­schie­den.

 

BSE

BSE ist sei einigen Jahren ein großes Thema in Bezug auf Rind­fleisch, aber auch die Krank­heit Scrapie, die Maul­tiere, Ziegen, Hirsche und andere Tiere befällt, weist die­sel­ben Sym­ptome auf. Rinder ab 24 Monaten müssen auf den Erreger vor der Schlach­tung getes­tet werden, da davon aus­ge­gan­gen wird, dass sich erst dann der Erreger auf eine gefähr­li­che Menge ver­mehrt hat. Beson­ders risi­ko­rei­che Teile (Hirn, Augen, Rücken­mark, Milz, Mandeln, Lab­ma­gen und Darm) werden direkt bei der Schlach­tung ein­ge­färbt und ent­sorgt. Als unbe­denk­lich für Mensch und Tier gelten reines Mus­kel­fleisch von Rind und Kalb. Ein nach­ge­wie­se­ner Fall von BSE beim Hund ist bisher aber noch nicht bekannt, bei Katzen aller­dings schon.

 

Toxoplasmose

Toxo­plas­mose wird von dem Ein­zel­ler Toxo­plasma gondii ver­ur­sacht und ist eine Infek­ti­ons­krank­heit, die Mensch und Hund als Zwi­schen­wirt nutzen kann. End­wirte sind kat­zen­ar­tige Tiere, die auch das End­sta­dium des Erre­gers aus­bil­den und aus­schei­den. Eine Anste­ckung kann über Kat­zen­kot (2-4 Tage alt) oder mit Gewe­be­zys­ten (können durch Ein­frie­ren oder Erhit­zen abge­tö­tet werden) behaf­te­tes Fleisch erfol­gen. Diese Zysten ent­ste­hen, wenn fleisch­lie­fernde Tiere über das Futter (zum Bei­spiel das Gras auf der Weide) Erreger auf­neh­men, die durch befal­le­nen Kat­zen­kot dorthin gelangt sind. Hun­de­kot stellt keine Gefahr für den Men­schen oder andere Tiere dar, die Sym­ptome einer Infek­tion sind sehr unspe­zi­fisch, weshalb diese meist unent­deckt bleibt. Nur Tiere mit schwa­chem Immun­sys­tem sind gefähr­det. 

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