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Innereienfütterung

BlaettermagenInne­reien machen etwa zehn Prozent der Fleisch­menge pro Tag in der Roh­füt­te­rung aus (siehe hierzu »Der erste Schritt – Die Rati­ons­be­rech­nung«). Die ent­schei­dende Frage ist, wie diese Menge auf die unter­schied­li­chen Inne­reien wie Blät­ter­ma­gen, grüner Pansen, Leber, Niere und Milz ver­teilt wird. Herz wird hier absicht­lich nicht zu den Inne­reien gerech­net, da es zwar andere Nähr­stoff­kon­zen­tra­tio­nen als Mus­kel­fleisch auf­weist, aber nicht in dem Maße wie andere Inne­reien. Es stellt also eher eine Zwi­schen­ka­te­go­rie dar.

 

In der Ver­tei­lungs­frage gibt es sehr unter­schied­li­che Ansich­ten. Wie im oben ver­link­ten Artikel beschrie­ben, rate ich von der Füt­te­rung hor­mon­pro­du­zie­ren­der Organe wie der Milz gänz­lich ab. Das beein­flusst auch die Füt­te­rung von Schlund, da an diesem meist noch die Schild­drüse anhängt. Statt­des­sen rechne ich mit einem großen Anteil an grünem Pansen und Blät­ter­ma­gen und einer kleinen Menge Leber. Um genau zu sein: 60 Prozent der Tages­ge­samt­ra­tion bestehen aus Fleisch und Inne­reien. Von diesen 60 Prozent sind zehn Prozent grüner Pansen, Blät­ter­ma­gen und Leber. Die Leber nimmt dabei den gerings­ten Stel­len­wert ein. Ihre Menge wird durch Mul­ti­pli­ka­tion des Kör­per­ge­wichts des Hundes mit dem Wert zehn für einen Monat errech­net.

Rechen­bei­spiel für einen 20 Kilo­gramm schwe­ren Hund:

Tages­ge­samt­ra­tion = 20 / 100 * 2 = 0,4 = 400 Gramm
Mus­kel­fleisch und Inne­reien = 400 / 100 * 60 = 240 Gramm
Inne­rei­en­an­teil = 240 / 100 * 10 = 24 Gramm
Leber­an­teil = 20 * 10 = 200 Gramm pro Monat / 30 = 6,6 Gramm pro Tag
Blät­ter­ma­gen und grüner Pansen = 24 – 6,6 = 17,4 Gramm

 

 

Der nach­ste­hende Text befasst sich zunächst mit der Inne­rei­en­fü­te­rung all­ge­mein, also mit der Frage: Welche Inne­reien kann ich über­haupt füttern? Anschlie­ßend folgen drei zusätz­li­che Abschnitte, die Auf­schluss darüber geben sollen, wieso ich zu dieser Form der Inne­rei­en­füt­te­rung ten­diere. Hierfür wird erst einmal die Frage geklärt, welche Nähr­stoffe bei Inne­reien in beson­ders hoher Kon­zen­tra­tion zu finden sind. Anschlie­ßend wird bespro­chen, ob diese hohen Werte denn auch wirk­lich gut sind. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Liste mit Lebens­mit­teln, die eben­falls einen hohen Gehalt an jenen Nähr­stof­fen auf­wei­sen, welche die Inne­reien von Mus­kel­fleisch und Knochen unter­schei­den.

 

Welche Innereien darf mein Hund fressen?

Die meisten Inne­reien lassen sich pro­blem­los an den Hund ver­füt­tern (Darm und die hin­te­ren Mägen wie der Lab­ma­gen aus­ge­nom­men), beson­ders wenn sie auch für den mensch­li­chen Verzehr zuge­las­sen sind. Anbei eine kleine Liste zur Ori­en­tie­rung:

  • Geflü­gel: beson­ders Magen und Leber, aber auch das ganze, nicht aus­ge­nom­mene Tier
  • Rind: Pansen, Blät­ter­ma­gen, Leber, Niere, Milz, Schild­drüse, Thy­mus­drüse, Lunge (mit Luft­röhre)
  • Lamm, Schaf, Ziege: Magen und Darm sollten nicht ver­füt­tert werden, da sie oft Para­si­ten (u.a. Band­wür­mer) tragen, Lunge, Leber und Niere können aber ver­füt­tert werden
  • Pferd: die Inne­reien sollten nicht ver­füt­tert werden, da sie mit Schwer­me­tal­len belas­tet sein können.
  • Kanin­chen, Hase: die Tiere können im Ganzen ver­füt­tert werden, alle Inne­reien außer den Gedär­men sind fress­bar (diese wird der Hund bei ganzen Tieren liegen lassen bzw. sind die Tiere beim Kauf bereits aus­ge­nom­men)
  • Reh, Hirsch: die Inne­reien können wie beim Rind an den Hund ver­füt­tert werden

Eine große Über­sicht der Lebens­mit­tel, die Hunde für Hunde giftig oder nur bedingt bekümm­lich sind, finden Sie unter »Welche Lebens­mit­tel sind poten­ti­ell giftig für Hunde?«, eine aus­führ­li­che Liste aller für Hunde ungif­ti­gen Lebens­mit­tel unter »Welche Lebens­mit­tel darf mein Hund fressen?«.

Bei der Zube­rei­tung von Inne­reien sind keine beson­de­ren Maß­nah­men not­wen­dig. Was für den Verzehr geeig­net ist, kann dem Hund roh ange­bo­ten werden – am Stück, geschnit­ten oder gewolft. Zu beach­ten ist aller­dings, dass der ver­füt­terte Pansen grün – das heißt mit Nähr­brei gefüllt – sein sollte. Weißer (das heißt geputz­ter) Pansen ist zwar erhält­lich und für den Hund auch bekömm­lich, weist aber nicht die ver­dau­ungs­för­dern­den Vor­teile von grünem Pansen auf.

Welche Nährstoffe sind in Innereien enthalten?

Wie im all­ge­mei­nen Artikel zur Inne­rei­en­füt­te­rung bereits erläu­tert, soll es hier zunächst um die Frage gehen, was Inne­reien von Mus­kel­fleisch und Knochen unter­schei­det. Sprich: Welche Nähr­stoffe sind in Inne­reien in beson­ders großen Mengen ent­hal­ten?
Auf den Gehalt ein­zel­ner Ami­no­säu­ren sowie auf die Nennung kaum ent­hal­te­ner Nähr­stoffe wie Magne­sium oder Vitamin E wurde an dieser … 

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Ist ein hoher Nährstoffgehalt ein guter Nährstoffgehalt?

Wie im Artikel »Welche Nähr­stoffe sind in Inne­reien ent­hal­ten?« bereits erwähnt, gibt es einige Nähr­stoffe, die in den ver­schie­de­nen Inne­reien in weit grö­ße­rer Menge vor­kom­men als in Mus­kel­fleisch. An dieser Stelle geht es nun um die Bewer­tung dieser erhöh­ten Vor­kom­men, was erklärt, wieso ich unter »Inne­rei­en­füt­te­rung« im Gegen­satz zu manch anderen Bar­f­an­sät­zen zu … 

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Welche Alternativen zu Innereien gibt es?

Wie unter »Welche Nähr­stoffe sind in Inne­reien ent­hal­ten?« bereits gezeigt, unter­schei­den sich Inne­reien von anderen Barf­kom­po­nen­ten vor­wie­gend in den Berei­chen Vitamin A, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin B12, Zink, Biotin und Eisen. Die Bedarfs­werte dieser Nähr­stoffe werden durch die vor­ge­stellte Barf­ra­ti­ons­be­rech­nung auch gedeckt (mit Aus­nahme eines kleinen Anteils an Zink).

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