Versorgung mit Vitamin A

Wie unter »Ist ein hoher Nähr­stoff­ge­halt ein guter Nähr­stoff­ge­halt?« bereits vor­ge­rech­net, besteht in Sachen Vitamin A (auch Retio­nal genannt) kaum das Risiko einer Unter­ver­sor­gung. Selbst mit einer gerin­gen Menge an Leber in der Woche ist der Hund bereits voll­stän­dig ver­sorgt (eigent­lich sogar leicht über­ver­sorgt). Hinzu kommt: Neben diesem aktiven Vitamin A, das der Hund vor­wie­gend aus Leber, aber auch aus Mus­kel­fleisch und anderen Pro­duk­ten tie­ri­schen Ursprungs bezieht, kann er auch pflanz­li­ches Vitamin A ver­wer­ten. In einigen Gemü­se­sor­ten sind nen­nens­werte Mengen des soge­nann­ten Pro­vit­amins A ent­hal­ten. Dabei handelt es sich um eine Vor­stufe des Reti­n­ols, welche im Darm des Hundes zu Vitamin A umge­wan­delt wird. Aller­dings ist strit­tig, wie viel Pro­vit­amin A welche Menge an Vitamin A ergibt.

 

Eine Unter­ver­sor­gung ist dennoch kaum zu befürch­ten. Wie bereits erwähnt, wird über geringe Mengen an Leber bereits die not­wen­dige Menge gefüt­tert. Doch ist die Leber nicht das einzige Lebens­mit­tel mit einem nen­nens­wer­ten Gehalt an Vitamin A.

Beson­ders reich an Vitamin A (oder Pro­vit­amin A im Falle pflanz­li­cher Nah­rungs­quel­len) sind, jeweils auf 100g bezogen: (kör­ni­ger) Frisch­käse (20% Fett) mit 767 IE, rohes Ei ohne Schale mit 900 IE, getrock­ne­tes Eigelb mit 3533 IE sowie rohes Eigelb mit 2937 IE, unge­räu­cher­ter Aal mit 3267 IE, auf­ge­schlos­se­ner und zer­klei­ner­ter Mais mit 370 IE, Erbsen mit 400 IE, Möhren/Karotten mit 6700 IE, gekoch­ter Grün­kohl mit 2100 IE, Salat mit 630 IE und gekoch­ter Spinat mit 3800 IE. Doch Leber­tran stellt all diese Lebens­mit­tel deut­lich in den Schat­ten. Er enthält 99000 IE auf 100g.

Wichtig zu beden­ken ist, dass nicht jede Berech­nung der Bedarfs­de­ckung auch eine prak­tisch zu füt­ternde Menge von einem Lebens­mit­tel ergibt. Bei­spiels­weise wären 500g kör­ni­ger Frisch­käse am Tag, zusätz­lich zu der nor­ma­len Tages­ra­tion, schlicht nicht füt­ter­bar, nicht zuletzt wegen der Unmen­gen an Laktose und Fett, die dadurch zusätz­lich ins Futter kommen. Ande­rer­seits sticht ins Auge, wie schnell Vitamin A über­do­siert werden kann, wenn man manche Lebens­mit­tel ungüns­tig kom­bi­niert oder es mit ihnen zu gut meint.

 

 

Was ist, wenn ich gar keine Leber füttern kann oder möchte, den Vitamin-A-Bedarf aber dennoch auf natürliche Weise decken möchte?

Für diesen Fall bietet die nach­ste­hende Tabelle eine kleine Über­sicht. In ihr sind  die bereits genann­ten Lebens­mit­tel noch einmal mit ihrem Gehalt an Vitamin A bezie­hungs­weise Pro­vit­amin A auf­ge­lis­tet. Die rechte Spalte zeigt die Mengen an, die ein 30kg schwe­rer Hund von jedem Lebens­mit­tel – einzeln betrach­tet – täglich zu sich nehmen müsste, um seinen mit der Min­dest­grenze von 75 IE Vitamin A pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht errech­ne­ten Bedarf von 2300 IE pro Tag abzu­de­cken. Sprich: In der ersten Zeile ist ange­ge­ben, welchen Vitamin-A-Gehalt Frisch­käse auf­weist und welche Menge davon not­wen­dig ist, um den Tages­min­dest­be­darf eines 30 Kilo­gramm schwe­ren Hundes zu decken. Bei pflanz­li­chen Quellen ist jedoch zu beach­ten, dass hier mit der vollen Umsetz­bar­keit des Pro­vit­amins zu Vitamin A gerech­net wurde. Unter­schied­li­che Quellen gehen davon aus, dass nur 50 oder gar 20 Prozent von dem Gehalt an Pro­vit­amin A nach der Umwand­lung in Vitamin A übrig bleiben. Da dies aber nicht end­gült­lig geklärt zu sein scheint, wurde es bei unten genann­ten Werten vorerst nicht berück­sich­tigt.

Natür­lich kann die Bedarfs­de­ckung auch über eine Kom­bi­na­tion der ver­schie­de­nen Lebens­mit­tel erfol­gen. Mit den genann­ten Werten lassen sich die indi­vi­du­ell benö­tig­ten Mengen ganz leicht selbst berech­nen – und dann auch ent­schei­den, ob diese in der Praxis täglich füt­ter­bar wären oder nicht.

Werte entnommen aus Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­lagen – Füt­te­rung – Diä­tetik, 6. Auf­lage, 2010.

Werte ent­nom­men aus Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­lagen – Füt­te­rung – Diä­tetik, 6. Auf­lage, 2010.

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