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Welche Nährstoffe sind in Innereien enthalten?

Wie im all­ge­mei­nen Artikel zur Inne­rei­en­füt­te­rung bereits erläu­tert, soll es hier zunächst um die Frage gehen, was Inne­reien von Mus­kel­fleisch und Knochen unter­schei­det. Sprich: Welche Nähr­stoffe sind in Inne­reien in beson­ders großen Mengen ent­hal­ten?
Auf den Gehalt ein­zel­ner Ami­no­säu­ren sowie auf die Nennung kaum ent­hal­te­ner Nähr­stoffe wie Magne­sium oder Vitamin E wurde an dieser Stelle der Über­sicht halber ver­zich­tet. Eine aus­führ­li­che Erläu­te­rung zu den ein­zel­nen Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen sowie ihrer Bedeu­tung und Wir­kungs­weise finden Sie in den jewei­li­gen Arti­keln. Nun aber zur Nähr­stoff­über­sicht in Form einer Tabelle:

 

Naehrstoffgehalt von Innereien

Ein Klick auf die Tabelle öffnet diese in Ori­gi­nal­größe in einem neuen Tab. Werte ent­nom­men aus Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010.

 

Zu erken­nen ist vor allem die nen­nens­werte Kon­zen­tra­tion von Vitamin A, ins­be­son­dere bei Leber. Die Eisen­werte von Leber, Niere, grünem Pansen und Milz heben sich eben­falls ver­gleich­weise stark vom Mus­kel­fleisch ab. Dort liegt der Durch­schnitt bei einem Gehalt von 1,5 bis 5mg, wobei nur Rin­der­herz und Pferd derart hohe Werte erzie­len. Der Gehalt von rund 10 bis 20mg macht die genann­ten Inne­reien daher durch­aus inter­es­sant. Ledig­lich Blut topt mit 43mg auf 100g alle anderen Lebens­mit­tel. Der Gehalt an Zink vari­iert im Mus­kel­fleisch recht stark und liegt bei 1 bis 3mg pro 100g. Eine nen­nens­wert höhere Kon­zen­tra­tion weisen aller­dings nur Kalbs- und Schwei­n­ele­ber mit 8 bezie­hungs­weise 7mg auf. 

Die Vitamin B12-Werte stechen eben­falls ins Auge: Beim Mus­kel­fleisch vari­ie­ren sie zwi­schen 1 und 7mg pro 100g, Leber und Niere weisen hier einen weit höheren Gehalt mit 23 bis 100µg auf. Beim Biotin – auch Vitamin H genannt – verhält es sich ähnlich: Mus­kel­fleisch weist Werte von 1 bis etwa 4µg auf, Rin­der­herz erreicht mit 8µg noch den höchs­ten Wert beim Mus­kel­fleisch. Leber und Niere mit Werten von 75 bis 135µg liegen hier ein­deu­tig weit darüber. Beim Vitamin B3 errei­chen Rin­der­herz mit 8mg und Hüh­ner­brust mit 10,5mg die Spit­zen­werte unter dem Mus­kel­fleisch, andere Fleisch­sor­ten liegen bei 4 bis 7mg. Aller­dings weist hier auch nur Leber einen nen­nens­wert höheren Gehalt als Mus­kel­fleisch auf. Der Unter­schied beim Vitamin B5 ist eben­falls gra­vie­rend: Mus­kel­fleisch liegt hier bei einem durch­schnitt­li­chen Gehalt unter 1mg, sodass Leber und Niere mit rund 3 bis 9mg einen erheb­li­chen Mehr­wert liefern.

 

Die Menge an Kalzium und Phos­phor ist im Ver­gleich zu Knochen mit 13.800mg Kalzium und 6.200mg Phos­phor beim Kalb in allen Inne­reien sehr gering, aller­dings ist das Ver­hält­nis inter­es­sant. Opti­ma­ler Weise erhält ein Hund 80mg Kalzium und 60mg Phos­phor pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht pro Tag, bei Inne­reien ist das Ver­hält­nis zuguns­ten des Phos­phors ver­scho­ben. Da das eine ohne das andere nicht richtig auf­ge­nom­men und ver­wer­tet werden kann, sollte dies bei der Füt­te­rung bedacht werden. Selbige Ver­schie­bung ist auch bei Mus­kel­fleisch zu sehen. 

Die Mengen an Kalium sind – ent­ge­gen dem, was ab und an zu lesen ist – nicht nen­nens­wert höher als bei anderen Fleisch­pro­duk­ten. Bei Mus­kel­fleisch schwan­ken die Werte je nach Tier und Kör­per­teil zwi­schen 150 und 400mg. Nen­nens­wert höhere Mengen Natrium im Ver­gleich zum Mus­kel­fleisch sind nur bei der Niere zu ver­zeich­nen, was gleich­zei­tig auch der einzige Wert ist, bei dem Niere einen höheren Nähr­stoff­ge­halt auf­weist als Leber. 

Nun stellt sich jedoch die Frage: Ist ein hoher Nähr­stoff­ge­halt immer auch ein guter Nähr­stoff­ge­halt?

 

Sonderfall: Grüner Pansen und Blättermagen

Neben den her­vor­ste­chend hohen Werten ist aber noch etwas anderes aus dieser Tabelle her­aus­zu­le­sen: Die Nähr­stoff­werte von Blät­ter­ma­gen und grünem Pansen (mit Aus­nahme des Eisen­ge­hal­tes) sind eher zu ver­nach­läs­si­gen. Da stellt sich die Frage: Wieso machen sie den größten Teil der Inne­rei­en­füt­te­rung aus?

Dies liegt an ihrer för­dern­den Wirkung auf die Ver­dau­ung des Hundes. Grüner Pansen und Blät­ter­ma­gen ent­hal­ten den vor­ver­dau­ten Nähr­brei des Tieres, von dem sie stammen. Des­we­gen ist es auch wichtig, darauf zu achten, dass dieses Tier natur­nah und gesund ernährt wurde und der Hund keinen Nähr­brei mit 90 Prozent Mais­mehl zu sich nimmt. Bei natur­nah gefüt­ter­ten Tieren enthält der Nähr­brei vor allem Gras, Kräuter und Klee von der Weide. Diese wurden von den Wie­der­käu­ern mehr­fach im Maul zer­mah­len und im Blät­ter­ma­gen bezie­hungs­weise dem Pansen mit den Ver­dau­ungs­säf­ten ver­mischt. Und eben dieser Brei wirkt sich nun so positiv auf die Ver­dau­ung des Hundes aus, sowohl durch die Säfte, als auch durch die ent­hal­te­nen Bal­last­stoffe. Und eben diese Wirkung ist – wie sich in den Berech­nun­gen unter »Ist ein hoher Nähr­stoff­ge­halt ein guter Nähr­stoff­ge­halt?« zeigt – wich­ti­ger als der Gehalt an Nähr­stof­fen in anderen Inne­reien. Denn während Vitamin A und Co. durch klei­nere Mengen Leber und andere Lebens­mit­tel aus­rei­chend gefüt­tert werden können, hat kein anderes Lebens­mit­tel die­selbe Wirkung auf den Hun­de­darm wie Pansen und Blät­ter­ma­gen. Des­we­gen spielt er in der Rati­ons­be­rech­nung auch eine so große Rolle.

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