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Energie

Theoretische Grundlagen – EnergieEnergie ist kein Inhaltstsoff eines Fut­ter­mit­tels, sie ist der Brenn­wert, den ein Futter auf­weist, und für den Hund ebenso ent­schei­den wie die ein­zel­nen Kom­po­nen­ten. Der Ener­gie­ge­halt eines Futters gibt an, wie viel »Kraft« für ver­schie­dene Reak­tio­nen im Körper, aber auch für kör­per­li­che Belas­tung, Zell- und Gewe­be­auf­bau, ja sogar das zen­trale Ner­ven­sys­tem und seine Auf­ga­ben der Hund aus diesem Futter ziehen kann. Energie ist also das, was den Hund antreibt, und was aus unter­schied­li­chen Lebens­mit­teln in unter­schied­li­cher Höhe und für unter­schied­li­che Zwecke gezogen wird. Aus diesem Grund soll die Energie auch als erstes im Bereich der theo­re­ti­schen Grund­la­gen bespro­chen werden.

 

Anmer­kung: Der Ener­gie­ge­halt wird in der Einheit Joule (J) ange­ge­ben, wobei beson­ders auf Fut­ter­pa­ckun­gen meist mit Kilo­joule gerech­net wird (1 kJ = 1000 J), ab und an auch Mega­joule (1 MJ = 1000 kJ), selten auch noch mit Kalo­ri­en­wer­ten (1 J = 0,239 cal; 1 cal = 4,1868 J).

 

Die Ener­gie­ge­win­nung erfolgt mittels Oxi­da­tion haupt­säch­lich über die mit der Nahrung auf­ge­nom­me­nen Fette und Koh­len­hy­drate, bei Ener­gie­knapp­heit oder wenn ein Über­schuss an Eiwei­ßen besteht greift der Körper auch auf diese zurück. Den höchs­ten Brenn­wert weist Fett auf, der Wert liegt bei ca. 39 kJ/g. Eiweiß erreicht bei der Syn­these von Gewebe einen Wert von etwa 24 kJ/g, bei der Brenn­stoff­ver­wer­tung sind es etwa 20 % weniger. Dies liegt daran, dass Eiweiß – das heißt Pro­te­ine – vor allem für den Gewe­be­auf­bau und -erhalt zustän­dig ist, nicht für die Ener­gie­ge­win­nung per se. 

 

 

Der Ener­gie­um­satz der Koh­len­hy­drate setzt sich in erster Linie aus dem Umsatz der Monosac­charide (Ein­fach­zu­cker), welche im Darm auf­ge­nom­men werden können, zusam­men. Diese sind im Wesent­li­chen Glukose, Galak­tose und Fruk­tose. Die unver­dau­li­chen Bal­last­stoffe, das heißt der Roh­fa­ser­ge­halt eines Futters, zählt aller­dings auch zum Ener­gie­um­satz der Koh­len­hy­drate dazu und wirkt sich wegen der gerin­gen Ver­dau­lich­keit senkend auf den Durch­schnitts­ener­gie­wert aus. Die Summe dieser Stoffe ergibt etwa 17 kJ/g umsetz­bare Energie.
Die natür­lich vor­kom­mende D-Glukose (Trau­ben­zu­cker) wird absor­biert und zum einen in der Leber direkt zu Gly­ko­gen (einem Viel­fach­zu­cker) umge­wan­delt, zum anderen wird sie in das peri­phere Gewebe trans­por­tiert, wo sie als Gly­ko­gen gespei­chert oder direkt ver­brannt werden kann. Sel­bi­ges gilt für die bei der Spal­tung von Zwei- und Mehr­fach­zu­ckern ent­ste­hende Glukose. Fruk­tose (Frucht­zu­cker) wird direkt in der Leber mit Hilfe von Enzymen wei­ter­ver­ar­bei­tet. Galak­tose (Schleim­zu­cker) wird eben­falls in der Leber zu Gly­ko­gen umge­wan­delt und auch wenn sie nur einen gerin­gen Teil der benö­tig­ten Energie liefert, ist sie unter anderem für das zen­trale Ner­ven­sys­tem von ent­schei­den­der Bedeu­tung. 

Koh­len­hy­drate sind in pho­to­syn­the­ti­sie­ren­den Pflan­zen ent­hal­ten. Ery­thro­zy­ten (rote Blut­kör­per­chen) sowie das Gehirn und das zen­trale Ner­ven­sys­tem nutzen Koh­len­hy­drate als erste Ener­gie­quelle, wes­we­gen diese in der Hun­de­füt­te­rung unver­zicht­bar sind. Im Dünn­darm werden die Mehr­fach­zu­cker auf­ge­spal­ten und als Ein­fach­zu­cker in die Leber trans­por­tiert. Bal­last­stoffe (auch Zel­lu­lose oder Roh­fa­ser genannt) zählen auch zu den Koh­len­hy­dra­ten, können aller­dings nur schwer verdaut werden. Sie unter­stüt­zen aller­dings die Ver­dau­ungs­funk­tion des Hundes und sind daher uner­läss­lich. Außer­dem ent­ste­hen bei ihrer Ver­wer­tung im Dick­darm kurz­zei­tige Fett­säu­ren (Essig-, Propion- und But­ter­säure), welche wie­derum als Energie ver­wert­bar sind. Sie errei­chen einen Brenn­wert von 17 bis 18 kJ/g.

 

Der Ener­gie­be­darf eines Hundes richtet sich stark nach seiner Akti­vi­tät, aber auch nach seiner Kör­per­masse sowie seiner Kör­per­ober­flä­che und seiner Stoff­wech­sel­masse. Ein großer Hund braucht nicht pro­por­tio­nal gerech­net mehr Energie als ein kleiner, weshalb eine Rech­nung pro Kilo­gramm Kör­per­masse nicht möglich ist. Der unge­fähre Bedarf wird von der Stoff­wech­sel­masse bestimmt, welche durch die Potenz 0,75 der Kör­per­masse in Kilo­gramm gerech­net werden kann (kg^0,75). Der Richt­wert für den Ener­gie­be­darf im Erhal­tungs­stoff­wech­sel liegt bei etwa 0,5 MJ/kg KM^0,75/Tag. Der Wert kann zwi­schen 25 % weniger und 50 % mehr Bedarf schwan­ken. Die genauen Werte – auch umge­rech­nete Werte pro kg KM, Ein­hei­ten jeweils in Klam­mern – sind nach­ste­hen­der Tabelle zu ent­neh­men:

Energiebedarf adulter Hund und im Wachstum 

 

Quellen:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, Enke Verlag Stutt­gart, 2010.

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