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Gewichtszunahme und Wachstum bei Welpen

Oftmals wird eine rasche Gewichts­zu­nahme und ein starkes Wachs­tum mit einem gesun­den Wachs­tum gleich­ge­setzt. Das andere Extrem ist das soge­nannte »Groß­hun­gern« von Welpen, das heißt das bewusste schlank halten der Jung­tiere während des Wachs­tums. Wichtig ist, das gesunde Mit­tel­maß zu finden. Ein zu schnel­les Wachs­tum steht in Ver­dacht, Gelen­ker­kran­kun­gen wie Hüft­ge­lenk­dys­pla­sie zu begüns­ti­gen oder zu Ver­for­mun­gen des Ske­letts zu führen. Die Mus­ku­la­tur käme dem Kno­chen­wachs­tum nicht hin­ter­her und somit würden die Gelenke nicht aus­rei­chend gestützt.

 

Ein Hund wird außer­dem nicht größer, nur weil er schnel­ler wächst – die End­größe ist maß­geb­lich gene­tisch bedingt. Beim »Groß­hun­gern« auf der anderen Seite leidet der Hund tat­säch­lich – und das nicht unbe­grün­det – an stetem Hunger. Im schlimms­ten Fall kann sein täg­li­cher Nähr­stoff­be­darf nicht gedeckt werden. Das Mit­tel­maß ist also die Lösung: Welpen sollten eine schlanke Linie mit gut ertast­ba­ren, aber nicht sicht­ba­ren hin­te­ren Rip­pen­bö­gen auf­wei­sen. Eine Gewichts­zu­nahme von durch­schnitt­lich etwa einem Kilo pro Woche (bei grö­ße­ren Rassen) gilt als normal, obwohl dies stark vom End­ge­wicht abhängt, ebenso vom vor­aus­sicht­li­chen Wachs­tum­sende. Ein Hund, der mit etwa acht Monaten bereits wei­test­ge­hend aus­ge­wach­sen ist, sollte in diesem Alter nicht mehr unbe­dingt ein Kilo pro Woche zulegen. Sprich: Mit stei­gen­dem Alter sinkt die Gewichts­zu­nahme pro Woche. Wichtig ist, dass der Hund mög­lichst gleich­mä­ßig und nicht in starken Schüben wachsen sollte, auch wenn sich das wohl nie ganz ver­hin­dern lässt.

 

Hin und wieder kur­siert das Gerücht, Hunde würden durch einen zu hohen Gehalt an Roh­pro­tein im Futter zu schnell wachsen. Eigent­lich sind es aber Fett­ge­halt, Ener­gie­ge­halt, Kalzium, Phos­phorKupfer, Zink und Vitamin A, die maß­geb­lich über die Schnelle des Wachs­tums ent­schei­den. Einige Bedarfs­werte unter­schie­den sich zusam­men­ge­nom­men von denen adulter Hunde – dar­un­ter fällt auch das Roh­pro­tein, nur haben nicht alle Aus­wir­kun­gen auf das Wachs­tum, ihr erhöh­ter Bedarf ist eher eine Folge des Wachs­tums, nicht dessen Grund­lage. Zum Bei­spiel haben Studien an Welpen ergeben, dass ein mas­si­ver Pro­te­in­über­schuss das Wachs­tum des Hundes nicht beein­flusst. 

 

Nach­ste­hend werden alle Nähr­stoffe auf­ge­lis­tet, die bei Hunden im Wachs­tum einen merk­lich höheren Bedarf auf­wei­sen als bei adulten Tieren, auf Werte im µg-Bereich wurde bewusst ver­zich­tet. Alle Werte im Detail können Sie der Zusam­men­fas­sung der theo­re­ti­schen Grund­la­gen ent­neh­men, Details zu Mine­ral­stof­fen und Vit­ami­nen finden Sie in den gleich­na­mi­gen Arti­keln.
Zu beach­ten ist dabei jedoch, dass kein Allein­fut­ter­mit­tel für Welpen einen Hund im Wachs­tum unter­ver­sor­gen sollte (wenn sich an die meist zu groß­zü­gige Füt­te­rungs­emp­feh­lung gehal­ten wird). Meist sind die Werte eher zu hoch als zu niedrig. Wer sich dennoch mit den Zahlen auf der Ver­pa­ckung genauer aus­ein­an­der­set­zen möchte, kann nach­ste­hende Werte als Ori­en­tie­rungs­hilfe nutzen.

Unterschiede in den Bedarfswerten bei Welpen und Junghunden

Für eine größere Ansicht genügt ein Klick auf die Tabelle.

Die Bedarfs­werte für Roh­pro­tein sind an dieser Stelle nicht auf­ge­führt, da sie maß­geb­lich vom Ener­gie­ge­halt des Futters abhän­gen, sich in ver­dau­li­ches und gesam­tes Protein glie­dern und zusätz­lich in Abhän­gig­keit vom Alter vari­ie­ren. Kalzium und Phos­phor sind aus Gründen der Kom­ple­xi­tät ver­ein­facht, die exakten Werte auf­ge­schlüs­selt nach Alter und End­ge­wicht können Sie dem Artikel Kalzium und Phos­phor ent­neh­men. Die exakten Werte für Protein können sie dem Artikel Eiweiß / Protein oder der bereits ver­link­ten Zusam­men­fas­sung ent­neh­men.

Für die Welpen- und Jung­h­und­füt­te­rung bei der Roh­füt­te­rung finden Sie unter »Barf für Welpen/Junghunde« einen geson­der­ten Artikel.

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