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Kalzium und Phosphor: Praktische Fütterung

Es gibt ver­schie­dene Lebens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft, welche nen­nens­werte Mengen an Kalzium und Phos­phor ent­hal­ten. So weisen zum Bei­spiel Knochen einen sehr hohen Gehalt an Kalzium, Leber dafür einen recht hohen Gehalt an Phos­phor auf. Pflanz­li­che Lebens­mit­tel ent­hal­ten meist zu wenig Kalzium, ebenso reines Mus­kel­fleisch. Allein­fut­ter­mit­tel ent­hal­ten immer eine aus­rei­chende Menge an Kalzium und Phos­phor, bezie­hungs­weise sollten sie es, da dieser EU-weit vor­ge­schrie­ben ist. Ledig­lich das Ver­hält­nis unter­schei­det sich von Her­stel­ler zu Her­stel­ler oder von Sorte zu Sorte. Beson­ders Wel­pen­fut­ter weisen auf­grund des erhöh­ten Bedarfs auch einen höheren Gehalt an Kalzium und Phos­phor auf, Futter für ältere Tiere ent­hal­ten meist weniger von den beiden Mine­ral­stof­fen.
Beson­ders bei der Roh­füt­te­rung, aber auch beim Teil­barf, der Prey-Methode oder wenn man das Futter ein wenig auf­pep­pen möchte, ist der Kal­zi­um­ge­halt ver­schie­de­ner Lebens­mit­tel inter­es­sant. Die bereits genann­ten Knochen ent­hal­ten ein nahezu per­fek­tes Kalzium-Phos­phor-Ver­hält­nis, sodass beim Barf der Kal­zi­um­be­darf bevor­zugt über diese gedeckt wird. Näheres dazu finden Sie im Artikel zur Kno­chen­füt­te­rung. Es gibt aber noch zwei weitere Wege, den Kal­zi­um­be­darf des Hundes zu decken: Eier­scha­len und Kalziumzitrat/Kalziumkarbonat.

 

 

Eierschalen

ganzes EiEier­scha­len weisen einen ähnlich hohen Kal­zi­um­ge­halt wie Knochen auf. Sie sind beson­ders für ältere Hunde oder Hunde mit Gebiss­pro­ble­men eine gute Mög­lich­keit, für eine aus­rei­chende Kal­zi­um­zu­fuhr zu sorgen. 100g getrock­nete Eier­schale ent­hal­ten etwa 37.000mg Kalzium (und 150mg Phos­phor), sprich 37g. Ein Tee­löf­fel fasst davon etwa 5g, dies ent­spricht etwa 1.850mg Kalzium. Ent­spre­chend den ver­an­schlag­ten 80mg Kalzium pro Kilo­gramm Kör­per­masse als Tages­be­darf würde ein 30kg schwe­rer Hund also etwa 6,5g getrock­nete Eier­schale pro Tag benö­ti­gen, um seinen Bedarf von 2.400mg zu decken. Dies ent­spricht gut einem gehäuf­ten Tee­löf­fel voll. Pro Woche wären dies dann 45,5g Eier­scha­len­pul­ver. 

Eier­scha­len haben einen wei­te­ren Vorteil als Kal­zi­um­lie­fe­rant: Eier­scha­len­pul­ver lässt sich mit einem Mörser ganz einfach und günstig selbst her­stel­len, abge­se­hen davon weist es eine sehr lange Halt­bar­keit auf. Die Eier­scha­len müssen ledig­lich aus­ge­wa­schen, zer­rie­ben und anschlie­ßend trocken abge­packt werden. Sie müssen weder gekühlt noch tief­ge­fro­ren werden.

 

Das Problem bei der Bedarfs­de­ckung mit Eier­scha­len ist der ver­hält­nis­mä­ßig geringe Gehalt an Phos­phor. Die genann­ten 6,5g pro Tag ent­hal­ten zu den 2.400mg Kalzium led­lig­lich 9,75mg Phos­phor. Ein Hund mit einem Gewicht von 30kg würde aber 1.800mg Phos­phor pro Tag benö­ti­gen. Glück­li­cher Weise wird ein Groß­teil davon bereits über das Mus­kel­fleisch abge­deckt: Ein Hund dieser Größe bekäme etwa 500g Mus­kel­fleisch pro Tag, welches durch­schnitt­lich 200mg Phos­phor pro 100g enthält. Damit wären 1.000mg des Phos­phor­be­darfs bereits abge­deckt. Das rohe Ei ohne Schale enthält etwa 200mg auf 100g, Gemüse etwa 50mg und Bohnen sowie Erbsen etwa 450mg. Kalbs­lunge hat einen Gehalt von 200mg, Kalbs­le­ber von 310mg und grüner Pansen von 130mg. Mit den höchs­ten Gehalt weist getrock­nete Bier­hefe mit 1.500mg auf.

Über das Gemüse der Bar­f­ra­tion (etwa 200g in diesem Bei­spiel) würden min­des­tens 100mg abge­deckt werden, wenn ein kleiner Teil Erbsen ent­hal­ten ist etwa 300mg. Die rest­li­chen 500 bis 700mg würden einer unver­füt­ter­ba­ren Menge Ei, Lunge, Pansen und Leber ent­spre­chen. Ledig­lich Bier­hefe mit etwa 30g pro Tag könnte ver­füt­tert werden. Als voll­stän­di­ger Ersatz der Kno­chen­füt­te­rung eignen sich Eier­scha­len daher nicht oder nur sehr bedingt. 

 

Kalziumzitrat/Kalziumkarbonat

Der Unter­schied zwi­schen Kal­zi­um­zi­trat und Kal­zi­um­kar­bo­nat liegt in ihrer Ver­wert­bar­keit: Da Kal­zi­um­kar­bo­nat anor­ga­nisch ist wird es vom Hund schlech­ter auf­ge­nom­men. Kal­zi­um­zi­trat als orga­ni­scher Kno­chen­er­satz sollte daher bevor­zugt werden. Die benö­tigte Menge an Kal­zi­um­zi­trat hängt vom Her­stel­ler ab, da die Pro­dukte einen unter­schied­li­chen Gehalt an Kalzium auf­wei­sen können. Nor­ma­ler Weise ent­hal­ten der­ar­tige Pulver etwa 21% Kalzium, das heißt 21g Kalzium auf 100g. Dem­entspre­chend kann die Bedarfs­de­ckung selbst leicht aus­ge­rech­net werden.

Das Problem ist auch hier das feh­lende Phos­phor. Wie am Bei­spiel der Eier­schale gezeigt ist es kaum möglich, dies über natür­li­che Lebens­mit­tel aus­zu­glei­chen, wenn kei­ner­lei Knochen ver­füt­tert werden. Es bietet sich daher an, ein fer­ti­ges Prä­pa­rat zu wählen, welches sowohl Kalzium als auch Phos­phor enthält. Diese können in Barf­shops, teil­weise auch in Tier­lä­den oder beim Tier­arzt erwor­ben werden.

 

Quellen:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010.

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