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Kohlenhydrate

HaferflockenKoh­len­hy­drate sind Zucker­ver­bin­dun­gen, welche dem Körper Energie liefern. Der aus ihnen gewon­nene Ener­gie­um­satz (etwa 17 kJ/g) ist beim Hund vor allem für Gehirn, zen­tra­les Ner­ven­sys­tem und die Bildung roter Blut­kör­per­chen von Bedeu­tung. Die Koh­len­hy­drate lassen sich in drei ver­schie­dene Zucker­grup­pen unter­tei­len: Ein­fach­zu­cker (Mono­sac­cha­ride), Zwei­fach­zu­cker (Disac­cha­ride) und Mehr­fach­zu­cker (Poly­sac­cha­ride). Zu den Ein­fach­zu­ckern zählen vor allem Glukose (Trau­ben­zu­cker) sowie Frucht­zu­cker (Fruk­tose). Die bekann­tes­ten Ver­tre­ter der Zwei­fach­zu­cker sind Milch­zu­cker (Laktose), Haus­halts­zu­cker (Sac­cha­rose) und Malz­zu­cker (Maltose). Zu den Mehr­fach­zu­ckern zählt vor allem Stärke, aber auch Gly­ko­gen. Während die Stärke eine Art Ener­gie­spei­cher von Pflan­zen dar­stellt, erfüllt Gly­ko­gen den­sel­ben Zweck für den tie­ri­schen Orga­nis­mus (und in klei­ne­ren Dimen­sio­nen auch bei Pflan­zen). Vor­wie­gend sind Mehr­fach­zu­cker in Getreide, Voll­korn­pro­duk­ten, Hül­sen­früch­ten sowie Kar­tof­feln zu finden. 

 

Ob Hunde Stärke spalten können ist schon lange ein strit­ti­ges Thema, beson­ders in welchem Umfang sie dazu in der Lage sind. Im Artikel zu den Ver­dau­ungs­en­zy­men des Hundes wurde bereits beschrie­ben, dass Hunde durch­aus in der Lage sind, Mehr­fach­zu­cker zu spalten und zu ver­wer­ten. Im All­ge­mei­nen zer­le­gen die Enzyme des Pan­kre­as­se­kre­tes (Bauch­spei­chel­drü­sen­se­kret) die Mehr­fach­zu­cker zu dem Ein­fach­zu­cker Glukose. Bei der Spal­tung von Laktose ent­steht zusätz­lich der Ein­fach­zu­cker Galak­tose, bei der Spal­tung von Sac­cha­rose der Ein­fach­zu­cker Fruk­tose. Ledig­lich die Spal­tung von Gly­ko­gen (Mehr­fach­zu­cker) und Amy­lopek­tin stellt ein Problem dar. Sowohl das Gly­ko­gen als auch das Amy­lopek­tin sind auf mole­ku­la­rer Ebene stark ver­zweigt, sodass die Enzyme des Hundes für eine voll­endete Spal­tung nicht aus­rei­chen. Bei Amy­lopek­tin handelt es sich um den Haupt­be­stand­teil pflanz­li­cher Stärke (zum Bei­spiel Mais- oder Kar­tof­fel­stärke). Sie macht 70 bis 80% der pflanz­li­chen Stärke aus, der rest­li­che Teil besteht aus dem Mehr­fach­zu­cker Amylose, welcher wie­derum vom Hund gespal­ten werden kann. Vom Amy­lopek­tin bleibt das soge­nannte Alpha-Limit-Dextrin übrig, ein Oli­go­sac­cha­rid, das heißt ein Kohlenhydrat/Mehrfachzucker, welches aus meh­re­ren Ein­fach­zu­ckern auf­ge­baut und mole­ku­lar stark ver­zweigt ist. Es wird im Verlauf des Ver­dau­ungs­pro­zes­ses nicht weiter verdaut und mit dem Kot aus­ge­schie­den. Die mit der Nahrung auf­ge­nom­me­nen bezie­hungs­weise im Körper gespal­te­nen Ein­fach­zu­cker hin­ge­gen werden im Darm auf­ge­nom­men. 

 

Quellen:

  • http://www.apotheken-umschau.de/kohlenhydrate
  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, Enke Verlag Stutt­gart, 2010. 

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