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Mengenelemente

Natrium und Chlorid

Natrium und Chlorid sind Elek­tro­lyte – genauer gesagt Salze, welche vor allem den Säure-Basen-Haus­halt, den Was­ser­be­stand im Körper sowie die Enzym­ak­ti­vie­rung regeln. Natrium und Chlorid sorgen zusam­men mit Kalium für den Druck­aus­gleich zwi­schen Zel­lin­ne­rem und Umge­bung (osmo­ti­scher Druck) und sind daher auch in jeder Zelle ent­hal­ten. Chlorid ist außer­dem zusam­men mit Was­ser­stoff für die Bildung der Magen­säure ver­ant­wort­lich. Ein Natri­um­man­gel kann durch lang­an­hal­ten­den Durch­fall oder Erbre­chen sowie durch Hitze her­vor­ge­ru­fen werden und äußert sich über Stö­run­gen im Flüs­sig­keits­haus­halt, Dehy­dra­tion, schlechte Eiweiß­ver­wer­tung, Haar­aus­fall und tro­ckene Haut. Ein Über­schuss ist selten, kann aber in Ein­zel­fäl­len auf­tre­ten und zu tem­po­rä­rem Blut­hoch­druck und Krämp­fen führen. Natrium ist vor allem in Salz, Fisch, Eiern und Blut ent­hal­ten. Ein Chlo­rid­man­gel kann durch sel­bi­ges ent­ste­hen und durch die Gabe kleiner Mengen Salz aus­ge­gli­chen werden. Der Tages­be­darf an Natrium beträgt im Erhal­tungs­stoff­wech­sel 50mg/kg KM, in der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit 60mg/kg KM und während des Säugens bei unter vier Welpen 75mg, bei vier bis sechs Welpen 105mg und bei über sechs Welpen 115mg (Bedarf des Mut­ter­tie­res). Der Tages­be­darf an Chlorid liegt bei 75mg im Erhal­tungs­stoff­wech­sel, 90mg ab dem 30. Tag der Träch­tig­keit, 110mg bei unter vier Welpen während des Säugens, 190mg bei vier bis sechs Welpen und 210mg bei über sechs Welpen (Bedarf des Mut­ter­tie­res).

 

 

Kalium

Kalium hat eben­falls Ein­fluss auf den osmo­ti­schen Druck, sowie die Akti­vie­rung ver­schie­de­ner Enzyme, die vor allem der Gly­k­o­lyse (Umwand­lung von Glukose) dienen. Natrium ist vor allem in Milch, Fleisch, Joghurt und Obst zu finden. Ein Kali­um­man­gel tritt fast aus­schließ­lich bei lang­an­hal­ten­dem Durch­fall oder Erbre­chen auf und äußert sich u.a. in Form von Schwä­che, Mus­kel­ab­bau, Gewichts­ab­nahme, sowie Herz- und Nie­ren­lä­sio­nen. Ein Über­schuss wird – sofern aus­rei­chend Wasser zur Ver­fü­gung steht – ohne Neben­wir­kun­gen aus­ge­schie­den. Der täg­li­che Bedarf liegt bei 55mg/kg KM im Erhal­tungs­stoff­wech­sel, 65mg ab dem 30. Tag der Träch­tig­keit, 87mg während des Säugens von unter vier Welpen, 125mg während des Säugens von vier bis sechs Welpen und 140mg während des Säugens von über sechs Welpen.

 

 

Magnesium

Magne­sium ist vor allem dafür bekannt, dass es bei einem Mangel zu Mus­kel­krämp­fen kommen kann. Auch beim Hund tritt dieser Effekt ein, zusätz­lich zu Pro­ble­men des Herz-Kreis­lauf-Systems. Magne­sium ist wichtig für das Mus­kel­ge­webe, das Ner­ven­sys­tem, die Enzym­ak­ti­vie­rung und den Ske­lett­auf­bau, aber auch die Umwand­lung von Eiweiß, Fett und Koh­len­hy­dra­ten zu Energie. Es ist in Knochen, Fleisch und Getreide, aber auch in ver­schie­de­nen Gemü­se­sor­ten ent­hal­ten. Ein Über­schuss wird über die Nieren aus­ge­schie­den, bei einer zu hohen Blut­kon­zen­tra­tion kann Magne­sium aber die Kalzium-Phos­phor-Ver­wer­tung stören, ebenso bei zu gerin­ger Ver­sor­gung. Kommen eine Phos­phor- und Pro­te­in­über­ver­sor­gung hinzu, kann dies die Bildung von Harn­stei­nen fördern. Ein Mangel kann bei Tieren im Wachs­tum zu Mus­kel­schwä­che und Bewe­gungs­stö­run­gen führen, außer­dem können sich Ver­kal­kun­gen an Gefäßen und Herz­mus­kel bilden. Par­al­lel dazu fällt auch der Kal­zi­um­spie­gel, während der Phos­phor­spie­gel steigt. Der täg­li­che Bedarf liegt bei Hunden im Erhal­tungs­stoff­wech­sel bei 12mg/kg KM, aller­dings sollte der Wert auf 8-10mg gesenkt werden, wenn eine Dis­po­si­tion für Stru­vit­steine vor­liegt. Ab dem 30. Tag der Träch­tig­keit werden 15mg benö­tigt, während des Säugens 18mg bei weniger als vier Welpen, 26mg bei vier bis sechs Welpen und 30mg bei über sechs Welpen.

 

Kalzium und Phoshpor

Diese beiden Men­gen­ele­mente weisen eine gewisse Koab­hän­gig­keit von­ein­an­der auf. Die auf­ge­nom­mene Mengen des einen bein­flusst die Ver­wer­tung des anderen. Da dieses wech­sel­sei­tige Ver­hält­nis eine etwas aus­führ­li­chere Abhand­lung not­wen­dig macht – nicht zuletzt, weil Kalzium und Phos­phor derart wichtig für den Hund sind – finden Sie die Details zu Funk­tion, Bedarf und Auf­nahme dieser beiden Men­gen­ele­mente in einem geson­der­ten Abschnitt.

 

Bedarfs­werte ent­nom­men aus:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010.

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