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Spurenelemente

Eisen

Eisen ist vor allem am Sauer­stoff­trans­port im Blut und an der Bildung roter Blut­kör­per­chen betei­ligt, stärkt aber auch das Immun­sys­tem. Es wird im Dünn­darm je nach Bedarf absor­biert und kann in Leber, Lymph­kno­ten und Kno­chen­mark gespei­chert werden. Im Falle einer Ent­zün­dung kann sich die Kon­zen­tra­tion im Blut ver­rin­gern. Durch erhöh­ten Blut­ver­lust oder ein­sei­tige Ver­sor­gung mit nur einer oder zwei Eisen­quel­len kann ein Mangel auf­tre­ten, welcher zu Anämie (Blut­ar­mut), Herz­ver­grö­ße­run­gen und Immun­schwä­che führen kann. Eine Über­ver­sor­gung kann rei­zende Wirkung auf den Darm haben, die Auf­nahme von Mangan und Phos­phor hemmen und in Fällen schwe­rer Über­ver­sor­gung zum Tod führen (ab einer Zufuhr von etwa 2g pro Kilo­gramm Kör­per­masse pro Tag). Eisen ist vor allem in Inne­reien wie Leber und grünem Pansen, aber auch in Eiern, Nüssen, Fleisch, Gemüse und Bier­hefe ent­hal­ten.
Der Bedarf an Eisen liegt bei 1,4mg/kg KM/Tag bei Hunden im Erhal­tungs­stoff­wech­sel, wobei dieser Wert eine groß­zü­gige Sicher­heits­spanne gegen Unter­ver­sor­gung enthält. Es genügen bereits 0,6mg/kg KM/Tag, um die Neu­bil­dung von Blut zu gewähr­leis­ten. Außer­dem wird beim Umbau der Blut­zel­len frei­ge­setz­tes Eisen erneut ver­wen­det und nicht direkt aus­ge­schie­den, sodass der Ver­brauch in Grenzen gehal­ten wird. Da der Eisen­ge­halt in Lebens­mit­teln (egal ob pflanz­lich oder tie­risch) aller­dings nicht in vollem Umfang im Darm auf­ge­nom­men werden kann, sollte bei der Berech­nung des Eisen­ge­hal­tes in der Nahrung ein Puffer ein­be­zo­gen werden. Daher wird zu den bereits genann­ten 1,4mg/kg KM/Tag geraten, auch wenn dieser Wert wie erklärt nicht zwangs­läu­fig erreicht werden muss.
In der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit steigt der Bedarf auf 4,0 bis 6,8mg, während des Säugens auf 2,4mg und im Wachs­tum auf 1,2 bis 4,8mg.

 

 

Kupfer

Kupfer ist von großer Bedeu­tung für die Auf­nahme und den Trans­port von Eisen. Es unter­stützt die Herz­funk­tion sowie den Zell­stoff­wech­sel und hilft sogar bei der Bildung von Hämo­glo­bin und Pig­men­ten. Auch in Knor­peln und Bin­de­ge­webe wird Kupfer gebaucht. Nach der Auf­nahme über den Dünn­darm wird es in der Leber gespei­chert und bei Über­schuss über die Galle aus­ge­schie­den. Bei einer Unter­ver­sor­gung (hohe Mengen von u.a. Kalzium, Zink und Eisen können die Ver­wer­tung beein­träch­ti­gen) kann es zu Anämie, Pig­ment­ver­lust und Stö­run­gen der Knor­pel­bil­dung kommen. Eine Über­do­sie­rung kann Hepa­ti­tis und erhöhte Leber­werte zur Folge haben, davon ist aber bei gesun­den Hunden nur selten aus­zu­ge­hen (Aus­nahme: Kupfer-Spei­ch­er­krank­heit). Ent­hal­ten ist Kupfer vor allem in Fleisch, Knochen, Leber, Getreide, Obst und Nüssen. Der täg­li­che Bedarf pro Kilo­gramm Kör­per­masse liegt bei Hunden im Erhal­tungs­stoff­wech­sel bei 0,1mg, in der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit bei 0,16mg, während des Säugens bei 0,67mg und im Wachs­tum bei 0,14 bis 0,5mg.

 

 

Zink

Zink ist neben Eisen und als Bestand­teil von über 200 Enzymen das am häu­figs­ten im Körper ver­tre­tene Spu­ren­ele­ment. Es ist unter anderem am Knochen- und Zell­wachs­tum, der Wund­hei­lung, der Insu­lin­pro­duk­tion und dem Stoff­wech­sel von Eiweiß, Fett und Koh­len­hy­dra­ten betei­ligt und in Haut, Haaren sowie dem Auge (Ader­haut) ent­hal­ten. Bei einem Mangel kann es zu Haarausfall/Fellveränderungen, ver­min­der­ter Wund­hei­lung, Gewichts­ab­nahme und Ekzemen kommen (u.a. daher der Einsatz von Zink­salbe bei Haut­ir­ri­ta­tio­nen). Zink ist ein gutes Bei­spiel für die Wech­sel­wir­kung ver­schie­de­ner Spu­ren­ele­mente: Bei einer Über­ver­sor­gung mit Zink kann es zu einem Kalzium- und Kup­fer­man­gel kommen, ande­rer­seits kann eine ver­mehrte Auf­nahme von Kalzium, Kupfer und Eisen umge­kehrt auch die Auf­nahme von Zink hemmen und einen Mangel hervor rufen. Hunde benö­ti­gen im Erhal­tungs­stoff­wech­sel 1mg/kg KM/Tag, in der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit 2,4mg, während des Säugens 5,4mg und im Wachs­tum 1,1 bis 4,1mg.

 

Mangan

Mangan ist Bestand­teil der Zell­mi­to­chon­drien und an der Ver­wer­tung von Kalzium und Phos­phor betei­ligt, erhält mit­un­ter die Zell- und Kno­chen­struk­tur auf­recht sowie die Immun­ab­wehr und ist wie auch Magne­sium für die Ver­stoff­wech­se­lung von Eiweiß, Fett und Koh­len­hy­dra­ten ver­ant­wort­lich. Man­gel­er­schei­nun­gen sind beim Hund nicht bekannt, aber bei anderen Tier­ar­ten. Es kommt unter Umstän­den zu einer Fett­le­ber sowie steifen und geschwol­le­nen Gelen­ken. Über­ver­sor­gun­gen werden beim Hund eben­falls selten beob­ach­tet, können aber die Auf­nahme von Eisen hemmen. Ent­hal­ten ist Mangan vor allem in Getreide, Leber, Nüssen, ver­schie­de­nen Blatt­ge­mü­se­sor­ten sowie Fischöl, aller­dings wird der Grund­be­darf in allen übli­chen Lebens­mit­teln (mit Aus­nahme von Milch, Ei und Lunge) erreicht. Der Bedarf an Mangan ist sehr gering und vari­iert nur schwach: Im Erhal­tungs­stoff­wech­sel beträgt der Bedarf 0,07mg/kg KM/Tag, in der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit 0,08mg, während der Lak­ta­tion 0,12mg und im Wachs­tum 0,07 bis 0,11mg.

 

Jod

Jod ist beson­ders für die Schild­drüse und die Bildung der Schild­drü­sen­hor­mone (Thy­ro­xin und Triiodthy­ro­nin) und damit für den Stoff­wech­sel wichtig. Bei einem Mangel kann es zu einer Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion mit den zuge­hö­ri­gen Sym­pto­men kommen, eine Über­do­sie­rung kann zu Lethar­gie, Fieber und schlech­tem Fell führen. Ent­hal­ten ist Jod vor allem in Milch­pro­duk­ten und Mee­resal­gen, sowie Fisch, Eiern und Geflü­gel. Der Bedarf an Jod steigt bei Hunden mit viel Bewe­gung, zum Bei­spiel bei auf der Renn­bahn aktiven Tieren. Für Hunde im nor­ma­len Erhal­tungs­stoff­wech­sel mit nor­ma­ler Akti­vi­tät bezie­hungs­weise Mus­kel­ar­beit liegt der Bedarf bei 15µg/kg KM/Tag, während der zweiten Hälfte der Träch­tig­keit sowie dem Säugen bei 50µg, im Wachs­tum bei 40µg.

 

Selen

Selen ist ein Bei­spiel für einen Mine­ral­stoff, der bei einem Mangel zur Ver­hal­tens­än­de­run­gen führen kann, zum Bei­spiel Depres­sion, aber auch Atemnot, Mus­kel­schwä­che und Ödeme können auf­tre­ten. Dies ist haupt­säch­lich bei neu­ge­bo­re­nen Welpen zu beob­ach­ten, sollte die Mut­ter­hün­din einen Selen­man­gel auf­ge­wie­sen haben. Bei einer Über­ver­sor­gung kommt es zu Spei­cheln, brü­chi­gen Krallen, Appe­tit­lo­sig­keit und Erbre­chen, aber auch zu Ner­vo­si­tät. Zu finden ist Selen vor allem in Leber, Niere, Eiern, Getreide und Fisch. Der Selen­ge­halt in Pflan­zen und damit auch dem Fleisch von Pflan­zen­fres­sern hängt stark vom Selen­ge­halt im Boden ab und vari­iert daher auch stark. Selen ist sowohl gegen­über län­ge­rem Erhit­zen als auch gegen­über Wässern emp­find­lich. Es inak­ti­viert schäd­li­che freie Radi­kale (Per­oxide), zusam­men mit Vitamin E hemmt es deren Ent­ste­hung. Studien belegen, dass Vitamin E und Selen sich auf­grund ihrer ähn­li­chen Funk­tion erset­zen können, sodass ein hoher Selen­ge­halt den Bedarf an Vitamin E senkt und umge­kehrt. Ein Hund benö­tigt etwa 5µg/kg KM/Tag, dies ent­spricht 25µg/100g bezie­hungs­weise 16µg/1 MJ uE in der Fut­ter­tro­cken­sub­stanz. Die Dosie­rungs­breite ist dabei sehr gering, sodass bereits 6µg/kg KM/Tag in Form von Injek­tio­nen aus­rei­chen, um über längere Zeit zu einer Ver­gif­tung zu führen. Wird das Selen oral ver­ab­reicht liegt die toxi­sche Dosis bei 0,5-1mg/100g der Fut­ter­tro­cken­sub­stanz, 2mg führen zu Anämie, Leber­zir­rho­sen und schließ­lich dem Tod.

 

Kobalt

Kobalt ist ein Bestand­teils des Vit­amins B 12 (Coba­l­a­min) und für dessen Syn­these essen­zi­ell. Bei aus­rei­chen­der Vitamin B 12 Ver­sor­gung wird davon aus­ge­gan­gen, dass eine zusätz­li­che Ver­sor­gung mit Kobalt nicht not­wen­dig ist, aller­dings besteht die Mög­lich­keit, dass die Gabe von Kobalt die Syn­these von Vitamin B 12 ver­bes­sert und damit für eine bessere Ver­sor­gung mit dem Vitamin sinn­voll ist. In den meisten pflanz­li­chen und tie­ri­schen Fut­ter­mit­teln ist aus­rei­chend Kobalt ent­hal­ten, eine Aus­nahme bilden Milch­pro­dukte. Der Bedarf an Kobalt liegt im Erhal­tungs­stoff­wech­sel bei etwa 5 bis 10µg/kg KM/Tag, im Wachs­tum und während Träch­tig­keit und Lak­ta­tion bei 10µg.

 

Bedarfs­werte ent­nom­men aus:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010.

2 Kommentare

  1. Gabriele Lang

    Bin ver­zwei­felt weil ich für meine all­er­gi­schen Hunde nichts habe, weder Vit­amine noch MIne­ra­lien und sie leben seit Jahren nur mit Kar­tof­fel­pampe und ganz wenig Fleisch HIrsch, die andere STrauß und nur 2-3 Stück HIrsch­gu­lasch­stü­cke pro Mahl­zeit mit massen Kar­tof­feln, die ich abends wässern muss schnip­seln und über Nacht ein­le­gen, sonst gehts gar nicht. sindy hat Leuko­pe­nie seit Jahren und immer E. coli häm, die einmal nach 10 TAgen AB weg waren aber in Ober­ha­ching Tier­kli­nik zum Ultra­schall wieder da waren, einmal 8 Tage haben nicht gneügt momen­tan ein Hydro­ly­sat ist mit mas­sen­haft Salz kann ich höchs­tens 1 ml lgeben selbst das ist zuviel.
    WEr weiß Vit­amine mit KUpfer, Zink Magne­sium und minimal Calcium (ver­trägt sie nicht Uri­niert danach) ohne Fleisch, ohne Kräuter, ohne­Soja, ohne wei­zen­mehl, ohne Reis und ohne Zucker (wegen der E.colis, die ver­gä­ren ja Zucker)???????? Daisy verträg gar kein Öl, beide kein sojaöl und hab ich mal ein Futter gefun­den HIRsch und Kar­tof­feln ohne Son­nen­blu­menöl dann ist Geflü­gel­fett darin ent­hal­ten, es gibt nichts mit HIrsch­fett, für DAisy hätte ich eines von bona­ven­tura aras aber zuviel Fleisch sie hat Clo­s­tri­dien per­frin­gens wie die andere auch, die ich zwar bei ihr mit Pro­bio­tika behan­deln kann nicht aber bei Sindy, zuviel Säure wird inkon­ti­nent und hechelt sowie zur ZEit weil ich seit Jahren nichts zufüt­tern kann und zuviel Fleisch letz­tens gab (Macs von der Dose).

    1. Vitaler Hund

      Hallo Frau Lang,

      zuerst einmal mein Beileid! Das klingt nach einer ver­dammt ver­zwick­ten und kom­pli­zier­ten Situa­tion. Ich würde Ihnen daher auch ans Herz legen, die Frage zusätz­lich im Forum zu posten, so errei­chen Sie even­tu­ell mehr Men­schen (es wird doch eher in einem Forum von Fremden geant­wor­tet als auf einen Kom­men­tar).

      Sollten Sie nur die ein­zel­nen Vit­amine als Pulver brau­chen, können Sie diese in der Apo­theke kaufen. Ohne Zusätze werden Sie bei derart vielen Unver­träg­lich­kei­ten wohl nicht bei­kom­men. Haben Sie denn einen Ernäh­rungs­be­ra­ter zur Hand? Waren Sie schon bei einem auf Immu­no­lo­gie oder Bak­te­rien spe­zia­li­sier­ten Tier­arzt? E. Coli kommen in gewis­ser Menge immer im Darm vor. Wenn diese also zu Durch­fäl­len führen, stimmt das Gleich­ge­wicht der Bak­te­rien nicht. Der ganze Darm­trakt scheint bei Ihren Hunden eine Art Erkran­kung auf­zu­wei­sen. Leider lässt sich nicht beur­tei­len, welche, außer durch einen fach­kun­di­gen Tier­arzt.

      Liebe Grüße und alles Gute!

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