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Rohfaser / Ballaststoffe

Theoretische Grundlagen – Rohfaser verkleinertBal­last­stoffe sind schwer oder kaum ver­dau­li­che Stoffe in der Nahrung, welche zu den Koh­len­hy­dra­ten zählen und in fer­men­tier­bare sowie nicht fer­men­tier­bare Fasern unter­teilt werden. Zu den fer­men­tier­ba­ren Fasern zählen Zel­lu­lose, Hemi­zel­lu­lo­sen, Pektine und Fruc­too­li­go­sac­cha­ride (Mehr­fach­zu­cker), zu den nicht fer­men­tier­ba­ren Lignin (welches als ein­zi­ges kein Koh­len­hy­drat ist), weit auf­ge­fasst auch Keratin und unlös­li­che Mine­ra­lien. Beson­ders pflanz­li­che Nahrung ist reich an Bal­last­stof­fen.

 

Bal­last­stoffe beein­flus­sen die Ver­dau­lich­keit anderer Stoffe im Darm, beson­ders im Dick­darm, indem sie die Motorik des Darmes anregen. Sie dienen außer­dem zur Darm­rei­ni­gung und -pflege. Bal­last­stoffe wie Pektine können aber auch weichen Kot ver­ur­sa­chen. Die emp­foh­lene Menge an Roh­fa­ser liegt bei min­des­tens 1,5% der Tro­cken­sub­stanz eines Allein­fut­ters bei Hunden im Erhal­tungs­stoff­wech­sel, 1 bis 1,5% bei Hunden mit erhöh­tem Energie- und Nähr­stoff­be­darf (Wachs­tum, Repro­duk­tion, hohes Arbeits­pen­sum), sofern kein hoher Gehalt an anderen, unver­dau­li­chen Stoffen im Futter ent­hal­ten ist (z.B. Roha­sche, schwer ver­dau­li­che Pro­te­ine). Bei Werten über 3% sinkt die Ver­dau­lich­keit des gesam­ten Futters und die Kot­menge nimmt stark zu, weshalb ein so hoher Roh­fa­ser­ge­halt nicht ratsam ist. 

Ein höherer Gehalt als 3% wird häufig in Diät­fut­ter­mit­teln ver­wen­det. Durch den höheren Gehalt an unver­dau­li­cher Sub­stanz kann eine höhere Fut­ter­menge ver­ab­reicht werden und der Hund dennoch Gewicht ver­lie­ren. Dieser Trick wird ange­wen­det, damit der Hund kein Hun­ger­ge­fühl auf­weist und es dem Halter ein­fa­cher fällt, das Tier auf Diät zu setzen. Beson­ders Ligno­zel­lu­lose wird häufig ver­wen­det. Dabei handelt es sich um mit Lignin ver­un­rei­nigte Zel­lu­lose, wobei zu beach­ten ist, dass Lignin eigent­lich ein Mono­merbau­stein (reak­ti­ons­fä­hige Mole­küle) ist, welcher in Zell­wän­den vor­kommt und die Ver­hol­zung von Zellen und damit ganzen Pflan­zen bewirkt. 

 

Quellen:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, Enke Verlag Stutt­gart, 2010. 
  • Ziegler, Jutta: Hunde würden länger leben, wenn…, 6. Auflage, MVG-Verlag München, 2012. 
  • Rei­nerth, Susanne: Natural Dog Food: Roh­füt­te­rung für Hunde – Ein prak­ti­scher Leit­fa­den, 1. Auflage, 2005. 

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