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Welche Lebensmittel sind potentiell giftig für Hunde?

giftige Lebensmittel HundDie meisten Lebens­mit­tel dürfen Hunde ebenso zu sich nehmen wie Men­schen, wie aus dem Artikel »Welche Lebens­mit­tel darf mein Hund fressen?« her­vor­geht. Einige wenige sind für den Hund aber unver­träg­lich (zumin­dest ab einer gewis­sen Menge oder in einem bestimm­ten Zustand wie roh oder unreif). Die giftige Menge eines Stoffes für ein Lebe­we­sen wird nor­ma­ler­weise in Gramm pro Kilo­gramm Kör­per­masse ange­ge­ben. Töd­li­che Mengen werden als mitt­lere letale Dosis (LD50) aus­ge­wie­sen. Damit wird die Menge eines Stoffes bezeich­net, nach deren Ver­ab­rei­chung jedes zweite Lebe­we­sen einer Art sterben würde. Die Aus­wei­sung der letalen Dosis (also der töd­li­chen) ist ebenso möglich. Hierbei werden immer Mit­tel­werte für eine ganze Art ange­ge­ben. Das heißt, bei ein­zel­nen Tieren kann schon eine gerin­gere, oder aber erst eine höhere Menge tödlich wirken.

 

Unter den nor­ma­len Lebens­mit­teln gibt es aber kaum welche, die für einen Hund derart schäd­lich sein können, beson­ders bei grö­ße­ren Tieren. Die meisten Lebens­mit­tel, die nicht für Hunde geeig­net sind, führen eher zu Unver­träg­lich­kei­ten wie Durch­fall, Erbre­chen, Blä­hun­gen oder ähn­li­chem.

Achtung: Diese Liste gilt nicht für ver­schluckte Fremd­kör­per (Plastik, Stoff etc.) oder andere Dinge wie Zim­mer­pflan­zen. Sollte ein Hund der­ar­ti­ges gefres­sen haben, sollten der Tier­arzt oder der Gift­not­ruf zu Rate gezogen werden.
Außer­dem kann die ange­ge­bene giftige Dosis je nach All­ge­mein­zu­stand, sons­ti­ger Füt­te­rung und Alter/Entwicklung sowie indi­vi­du­el­ler Emp­find­lich­keit vari­ie­ren! Wer glaubt, sein Hund könnte eine Ver­gif­tung erlit­ten haben, sollte grund­sätz­lich einen Tier­arzt zu Rate ziehen.

Bei Fragen, Ergän­zun­gen oder sons­ti­gen Anre­gun­gen steht das Forum unter vitaler-hund-forum.de jeder­zeit zur Ver­fü­gung. Dort exis­tiert bereits ein ent­spre­chen­des Thema, welches gerne ergänzt werden darf: Welche Lebens­mit­tel sind giftig für Hunde?

 

Welche Lebensmittel sind giftig oder unbekömmlich für Hunde?

  • Alkohol: führt zu Koor­di­na­ti­ons­pro­ble­men und Erbre­chen. Ist wie alle anderen Rausch­mit­tel auch nicht in kleins­ter Menge für Hunde geeig­net. Hat der Hund dennoch Alkohol zu sich genom­men, sollte der Gift­not­ruf für alle Fälle ver­stän­digt werden.
  • Auber­gine: ent­hal­ten in rohem Zustand Solanin. Dieses kann zu Erbre­chen, Durch­fall, Schäden an den Schleim­häu­ten und Krämp­fen führen. Aller­dings ver­lie­ren die Pflan­zen beim Kochen das Solanin und werden damit ungif­tig. Dennoch schei­nen Auber­gi­nen auch gekocht nicht immer gut ver­träg­lich zu sein, wes­we­gen sie nur sparsam ver­füt­tert werden sollten.
  • Avocado: enthält Persin (nicht alle Sorten, diese sind aber optisch nicht zu unter­schei­den). Es ist unklar, inwie­fern dieser Stoff bei Hunden (sowie Katzen, Vögeln, Nage­tie­ren und großen Säugern wie Pferden oder Schwei­nen) zu Schä­di­gun­gen führt. Manche gehen davon aus, dass Persin den Herz­mus­kel schä­digt, andere (bspw. Justine Lee der ame­ri­ka­ni­schen Pet Poison Hotline) glauben, dass nur recht große Mengen über­haupt etwas beim Hund bewir­ken und dann auch nur zu Durch­fall, nicht zu Schäden am Herz­mus­kel führen. Zudem ent­hal­ten vor allem Borke, Blätter und Kern der Avokado das Persin, das Frucht­fleisch weist nur geringe Mengen davon auf.
  • Bohnen (roh): ent­hal­ten Phasin, was in rohen Hül­sen­früch­ten all­ge­mein ent­hal­ten ist. Dieser Stoff ist auch für Men­schen giftig, wes­we­gen Hül­sen­früchte niemals roh ver­zehrt werden sollten. Durch das Kochen wird das Phasin aller­dings wir­kungs­los. Dennoch sollten Hül­sen­früchte nur sparsam ver­füt­tert werden, da sie zu Blä­hun­gen führen können. Beim Verzehr roher Bohnen kann es zu Erbre­chen, Übel­keit und Durch­fall kommen. In schwe­ren Fällen und durch die Auf­nahme einer großen Menge ist eine töd­li­che Ver­gif­tung möglich.
  • Erbsen (roh): ent­hal­ten eben­falls Phasin, dürfen daher also nicht roh ver­füt­tert werden. Gekochte Erbsen können dem Hund beden­ken­los ange­bo­ten werden. Wenn der Hund zu Blä­hun­gen neigt, sollte die Menge aber sparsam dosiert werden.
  • Hül­sen­früchte all­ge­mein: Ent­hal­ten im rohen Zustand meist Phasin, welches unver­träg­lich für Hunde (und Men­schen) ist. Gekocht können Hül­sen­früchte aller­dings ver­füt­tert werden, da das Phasin beim Erhit­zen wir­kungs­los wird.
  • Kakao/Kakaobohnen: Die Kakao­bohne enthält Theo­bro­min. Je nach Emp­find­lich­keit des Hundes können bereits 90 bis 250 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht tödlich wirken. Die mitt­lere letale Dosis liegt bei etwa 300 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht. Dies gilt, wenn der Hund die gesamte Menge auf einmal zu sich nimmt. Der Theo­bro­m­in­ge­halt in Kakao­pul­ver oder Scho­ko­la­den­pro­duk­ten schwankt stark. Am höchs­ten ist der Gehalt in Kakao­pul­ver und Bit­ter­scho­ko­lade, am gerings­ten ver­mut­lich in weißer Scho­ko­lade. Die genauen Werte können der Ver­pa­ckung ent­nom­men werden.
  • Kar­tof­feln (roh): Kar­tof­feln (beson­ders grüne Stellen/Austriebe/direkt unter der Schale) ent­hal­ten Solanin. Dieses kann zu Erbre­chen, Durch­fall, Schäden an den Schleim­häu­ten und Krämp­fen führen. Aller­dings ver­lie­ren die Pflan­zen beim Kochen das Solanin und werden damit ungif­tig. Außer­dem macht der hohe Stär­ke­gehalt rohe Kar­tof­feln nur schwer ver­dau­lich. Wie für den mensch­li­chen Verzehr auch sollten Kar­tof­feln daher grund­sätz­lich nur gekocht ver­zehrt werden.
  • Knob­lauch: wird oftmals als hoch giftig bezeich­net, wirkt aber erst in grö­ße­ren Mengen schäd­lich (auf­grund seines Gehal­tes an N-Pro­pyl­di­sul­fid und Alliin (Allyl­pro­pyl­su­fid) – beide Stoffe wirken in grö­ße­rer Menge zellt­ö­tend). Klei­ne­ren Mengen wird eine posi­tive Wirkung auf den Kreis­lauf zuge­schrie­ben, ebenso eine Wirk­sam­keit gegen Schäd­linge wie Zecken, Würmer und Flöhe (siehe hierzu auch Welche Arten von Zecken­schutz gibt es?). Eine Menge von min­des­tens 5 Gramm pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht ist not­wen­dig, um rever­si­ble Ver­än­de­run­gen im Blut her­vor­zu­ru­fen (aller­dings kommt es auch dann nicht zur hämo­ly­ti­schen Anämie oder anderen Erkran­kun­gen, nur zu einer hämo­ly­ti­schen Ver­än­de­rung). Bei Knob­lauch­ex­trak­ten kann es ab einer Menge von 1,25 ml pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht zu Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen kommen (ver­ab­reicht über einen Zeit­raum von sieben Tagen, vgl. hierzu Keun-Woo Lee et al.: Hema­to­lo­gic changes asso­cia­ted with the appearance of eccen­tro­cy­tes after intra­gas­tric admi­nis­tra­tion of garlic extract to dogs, 2000). Diese Mengen sind recht gering, wenn man bedenkt, dass eine Knob­lauch­zehe im Durch­schnitt gerade einmal zwei bis drei Gramm wiegt. Die emp­foh­lene Tages­ma­xi­mal­do­sis liegt dennoch bei 4 g pro Tier (also etwas mehr als einer Zehe). Etwa zwei bis drei Zehen pro Woche (ent­spre­chend ver­teilt) werden für gebarfte Hunde mit 30 Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht emp­foh­len, sollte der Hun­de­hal­ter über­haupt Knob­lauch füttern wollen. Diese Dosis sollte zur Sicher­heit auch nicht über­schrit­ten werden.
  • Nacht­schat­ten­ge­wächse (Tomate, Paprika, Auber­gine): ent­hal­ten Solanin, was zu Durch­fall, Erbre­chen, Krämp­fen und einer Schä­di­gung der Schleim­häute führen kann.
  • Obst­kerne: Einige von ihnen ent­hal­ten Blau­säure (Cyan­was­ser­stoff, HCN). Wird der Kern im Ganzen ver­schluckt, wird er auch im Ganzen aus­ge­schie­den und der Hund sollte keinen Schaden erlei­den (mög­li­che Schäden durch den Kern selbst aus­ge­nom­men). Blau­säure wirkt ätzend und reizt dadurch die Schleim­häute. Tödlich ist die Blau­säure, weil sie die Zell­at­mung blo­ckiert und es dadurch zur Schä­di­gung der Ner­ven­zel­len des Atem­zen­trums kommt. Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen können wenige Sekun­den nach Auf­nahme der Blau­säure auf­tre­ten. Ab einer Dosis von 1 bis 10 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht kann Blau­säure bei oraler Auf­nahme tödlich wirken.
  • Paprika: unreife Früchte (grüne und gelbe Paprika) ent­hal­ten Solanin. Dieses kann zu Erbre­chen, Durch­fall, Schäden an den Schleim­häu­ten und Krämp­fen führen. Aller­dings ver­lie­ren die Pflan­zen beim Reifen und/oder Kochen das Solanin und werden damit ungif­tig. Dennoch schei­nen Paprika nicht immer gut ver­träg­lich zu sein, wes­we­gen sie nur sparsam ver­füt­tert werden sollten.
  • Rosinen: Warum und in welcher Menge Rosinen und Trauben giftig sind, konnte bisher nicht fest­ge­stellt werden. Es wurde ledig­lich beob­ach­tet, dass es bei einigen Hunden nach Auf­nahme grö­ße­rer Mengen zu Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen kam. Was genau an der Traube nun giftig ist und wieso, wurde aber bisher nicht nach­ge­wie­sen. Dennoch wird all­ge­mein zur Vor­sicht geraten, das heißt dazu, auf Trauben und Rosinen in der Hun­de­füt­te­rung gänz­lich zu ver­zich­ten.
  • Scho­ko­lade: Die Kakao­bohne, aus der Scho­ko­lade gewon­nen wird, enthält Theo­bro­min. Je nach Emp­find­lich­keit des Hundes können bereits 90 bis 250 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht tödlich wirken. Die mitt­lere letale Dosis liegt bei etwa 300 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht. Dies gilt, wenn der Hund die gesamte Menge auf einmal zu sich nimmt. Der Theo­bro­m­in­ge­halt in Kakao­pul­ver oder Scho­ko­la­den­pro­duk­ten schwankt stark. Am höchs­ten ist der Gehalt in Kakao­pul­ver und Bit­ter­scho­ko­lade, am gerings­ten ver­mut­lich in weißer Scho­ko­lade. Die genauen Werte können der Ver­pa­ckung ent­nom­men werden.
  • Schwei­ne­fleisch (roh): kann den Aujeszky-Virus tragen, welcher eine Tier­seu­che namens Pseu­do­t­oll­wut auslöst. Mehr dazu auch unter Krank­heits­er­re­ger im Fleisch.
  • Tomaten: unreife Toman­ten ent­hal­ten Solanin. Dieses kann zu Erbre­chen, Durch­fall, Schäden an den Schleim­häu­ten und Krämp­fen führen. Aller­dings ver­lie­ren die Pflan­zen beim Reifen und/oder Kochen das Solanin und werden damit ungif­tig. Dennoch schei­nen Tomaten nicht immer gut ver­träg­lich zu sein, wes­we­gen sie nur sparsam ver­füt­tert werden sollten.
  • (Wein-)Trauben: Warum und in welcher Menge Rosinen und Trauben giftig sind, konnte bisher nicht fest­ge­stellt werden. Es wurde ledig­lich beob­ach­tet, dass es bei einigen Hunden nach Auf­nahme grö­ße­rer Mengen zu Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen kam. Was genau an der Traube nun giftig ist und wieso, wurde aber bisher nicht nach­ge­wie­sen. Dennoch wird all­ge­mein zur Vor­sicht geraten, das heißt dazu, auf Trauben und Rosinen in der Hun­de­füt­te­rung gänz­lich zu ver­zich­ten.
  • Xylit/Birkenzucker: wird gerne in Kau­gum­mis, Zahn­pasta und kalo­ri­en­re­du­zier­ten Süßig­kei­ten als Zucker­er­satz­stoff ver­wen­det. Für Hunde kann aller­dings eine Dosis ab 1 Gramm pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht lebens­ge­fähr­lich sein.
  • Zwiebeln/Zwiebelgewächse wie Lauch (Porree): ent­hal­ten die Schwe­fel­ver­bin­dung N-Pro­pyl­di­sul­fid, welches in gif­ti­ger Dosis zur Zer­stö­rung der roten Blut­kör­per­chen führt. Ein wei­te­rer pro­ble­ma­ti­scher Inhalts­stoff ist Alliin (Allyl­pro­pyl­su­fid). Dieser kann che­misch zu dem zellt­ö­ten­den Allicin umge­wan­delt werden. Aller­dings führt erst eine Menge von über 50 Gramm Zwiebel pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht zu einer Hämo­lyse. Bei einem 20kg schwe­ren Hund ent­spricht das 1 kg Zwie­beln. Erst bei dieser Menge – gefüt­tert über zwei Tage – kam es zur Anämie, aller­dings zur rever­si­blen  (vgl. hierzu R.B. Cope: Allium species poi­so­n­ing in dogs and cats; 2005). Ver­än­de­run­gen im Blut traten ab einer Menge von 15 bis 30 g pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht auf.