Autoimmunerkrankungen

Formen von Autoimmunerkrankungen

Auto­im­mun­erkran­kun­gen können viel­fäl­tig sein und sich auf ver­schie­dene Weise äußern. Sie alle haben aller­dings gemein­sam, dass der Körper sich gegen sich selbst richtet. Es findet eine fehl­ge­lei­tete Immun­re­ak­tion ähnlich der einer All­er­gie statt, aller­dings richtet sie sich nicht gegen einen kör­per­frem­den Stoff, sondern gegen kör­per­ei­gene Zellen oder Gewebe. Es werden all­ge­mein drei Formen unter­schie­den: Organ­spe­zi­fisch, das heißt nur ein Organ wie die Haut betref­fend, sys­te­misch, das heißt ver­schie­dene Organe betref­fend, und inter­me­diär, das heißt Misch- oder Über­gangs­for­men.

 

Am wei­tes­ten ver­brei­tet sind wohl die Auto­im­mun­der­ma­to­sen, das heißt jene Formen, welche organ­spe­zi­fisch die Haut betref­fen und sich in und auf ihr mani­fes­tie­ren, aber auch sys­te­misch auf­tre­ten können. Zu den häufig auf­tre­ten­den Auto­im­mun­der­ma­to­sen beim Hund zählt zum einen Pem­phi­gus foli­aceus (PF), bei welcher Anti­kör­per gegen Des­mog­lein I, ein Protein der Zell­mem­bran, welches in großen Mengen in den Zellen der Epi­der­mis (Ober­haut, äußerste Haut­schicht) an Nase, Nasen­rü­cken, Augen­um­ge­bung, Ohren und Pfoten vor­liegt, gebil­det werden. Die gebil­de­ten Immun­glo­bu­line – das heißt Anti­kör­per – des Typs IgG werden in den Zell­zwi­schen­räu­men abge­la­gert und greifen die Zell­ver­bin­dun­gen an. Die an den ent­spre­chen­den Stellen aus­ge­löste Immun­re­ak­tion zeigt sich in Form von Bla­sen­bil­dung auf der Haut. 

Darüber hinaus exis­tie­ren noch weitere Formen des Pem­phi­gus, welche aller­dings sel­te­ner auf­tre­ten: Im Falle des Pem­phi­gus ery­the­ma­to­sus reagiert der Körper auf Des­mog­lein III, welches zu großen Teilen im Über­gangs­be­reich von Haut zu Schleim­haut vor­liegt. Die Reak­tio­nen zeigen sich daher an Nase, Augen, Lefzen, After, Scheide und Prä­pu­tium (Vorhaut). Andere Formen des Phe­mi­gus, das Bullöse Pem­phi­goid und der Pem­phi­gus vul­ga­ris, richten sich gegen tiefere Haut­schich­ten, genau gesagt gegen die Ver­bin­dung zwi­schen Epi­der­mis und Dermis (Leder­haut, Schicht unter der Epi­der­mis). Die Haut­ver­än­de­run­gen können an der Haut und/oder den Schleim­häu­ten auf­tre­ten und sind ent­spre­chend gra­vie­ren­der, da ihre Ursache tiefer liegt. 

Eben­falls zu den häufig auf­tre­ten­den Auto­im­mun­der­ma­to­sen zählen der dis­ko­ide und der sys­te­mi­sche lupus ery­the­ma­to­sus. Bei diesen beiden Erkran­kun­gen greift das Immun­sys­tem aller­dings nicht die Zell­mem­bran und damit die Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Zellen an, sondern den Zell­kern selbst. Die dis­ko­ide Form verhält sich noch recht gut­ar­tig und greift »nur« die Haut­zel­len im Bereich des Nasen­spie­gels und Nasen­rü­ckens an, selten auch im Bereich der Augen­li­der. Im Falle der sys­te­mi­schen Form jedoch greift der Körper ver­schie­denste Zell­kerne an, unter anderem im gesam­ten Haut­be­reich, an Organen wie Niere und Lunge, im Bereich der Gelenke und auch ver­schie­dene Blut­zel­len. Daraus resul­tie­ren sehr unter­schied­li­che und viel­fäl­tige Sym­ptome, die eine Dia­gnose schwie­rig machen. 

 

 

Fütterung

  • Ziel: Regu­lie­rung des Immun­sys­tems, Unter­stüt­zung der Aus­schei­dungs­or­gane und Beigabe ent­zün­dungs­hem­men­der Fut­ter­mit­tel für den Fall einer Infek­tion
  • Mari­en­dis­tel und Löwen­zahn­wur­zel zum Schutz der Leber und Anre­gung der Gal­len­funk­tion
  • Rotklee und Amp­fer­grind­wur­zel (Bei­spiele) zur Blut­rei­ni­gung, Ent­zün­dungs­hem­mung und Sti­mu­lie­rung von Lymph­sys­tem und Aus­schei­dungs­or­ga­nen
  • Brenn­nes­sel zur Unter­stüt­zung der Nie­ren­funk­tion
  • Calen­dula oder Mädesüß (Bei­spiele) als Ent­zün­dungs­hem­mer für den Magen­darm­trakt (in den dor­ti­gen Schleim­häu­ten liegt der Groß­teil des Immun­sys­tems)
  • Astra­g­a­lus und Lapacho (Bei­spiele) wirken immun­mo­du­lie­rend (dämpfen Über­re­ak­tio­nen oder pushen bei feh­len­der Reak­tion) 
  • Omega-3-Fett­säu­ren und Anti­oxi­da­tien wirken zusätz­lich ent­zün­dungs­hem­mend (Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E, Selen, Zink, Q10), z.B. in Spi­ru­lina, Hei­del­bee­ren, Äpfeln und Eigelb 

 

Die an eine Auto­im­mun­erkran­kung ange­passte Füt­te­rung zielt ent­spre­chend des Krank­heits­ver­lau­fes auf die Regu­la­tion des Immun­sys­tems ab. Starke Reak­tio­nen auf kör­per­ei­ge­nes Gewebe sollen unter­bun­den werden, geich­zei­tig muss der Hund aber auch gegen Krank­heits­er­re­ger von außen noch gewapp­net werden. Da Leber und Niere bei Auto­im­mun­erkran­kun­gen wie erwähnt eben­falls betrof­fen sein können, emp­fiehlt sich, deren Funk­tion zusätz­lich zu unter­stüt­zen. Aus diesem Grund sind hier in Stich­punk­ten einige Tipps auf­ge­lis­tet, um diese Ziele zu errei­chen. Aus den genann­ten Kräu­tern – wobei diese nur bei­spiel­haft genannt sind und durch Kräuter mit glei­cher Funk­tion ersetzt werden können – lassen sich ganz einfach eigene Fer­tig­mi­schun­gen anfer­ti­gen, welche alle not­wen­di­gen Auf­ga­ben erfül­len. Die Mischung sollte egal bei welchen Kräu­ter­sor­ten maximal zwei Kräuter pro Wir­kungs­weise ent­hal­ten. Die immun­mo­du­lie­ren­den Kräuter wie Lapacho sollten in dop­pel­ter Menge ent­hal­ten sein, die rest­li­chen Kräuter in ein­fa­cher Menge. Bei­spiel: 10g Lapacho, 5g Rotklee, 5g Löwen­zahn­wur­zel, 5g Mari­en­dis­tel, 5g Mädesüß und 5g Brenn­nes­sel. Zusätz­lich sollten wie erwähnt Anti­oxi­dan­tien und Omega-3-Fett­säu­ren zur Ent­zün­dungs­hem­mung ver­füt­tert werden. 

 

Quellen:

  • Rei­nerth, Susanne: Natural Dog Food: Roh­füt­te­rung für Hunde – Ein prak­ti­scher Leit­fa­den, 1. Auflage, 2005. 
  • Simon, Swanie: BARF SENIOR – Bio­lo­gisch Art­ge­rech­tes Rohes Futter im Alter und bei Erkran­kun­gen, 1. Auflage, 2008. 
  • http://www.tierklinik-birkenfeld.de/de/kat.php?k=26
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Pemphigus_foliaceus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>