Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen

Pankreatitis

Als Pan­krea­ti­tis wird eine Ent­zün­dung der Bauch­spei­chel­drüse (Pan­kreas) bezeich­net. Diese ist haupt­säch­lich für die Pro­duk­tion von Ver­dau­ungs­en­zy­men zustän­dig, bei einer Ent­zün­dung beginnt sie aller­dings, sich selbst zu ver­dauen. Es wird in die akute, das heißt plötz­lich und ein­ma­lig auf­tre­tende, und die chro­nisch-rezi­di­vie­rende, das heißt immer wie­der­keh­rende Form unter­schie­den. Die Sym­ptome sind viel­fäl­tig und nicht immer spe­zi­fisch, es treten unter anderem Übel­keit, Appe­tit­lo­sig­keit, Erbre­chen, Bauch­schmer­zen, Schwä­che, Fieber und Durch­fall auf. Die Bauch­spei­chel­drü­sen­ent­zün­dung wird oftmals auch als idio­pa­thi­sche Pan­krea­ti­tis bezeich­net, weil sich keine Ursache für die Erkran­kung aus­ma­chen lässt (idio­pa­thisch bedeu­tet so viel wie »keine Ursache bekannt«). Die Bauch­spei­chel­drü­sen­ent­zün­dung kann eine Begleit­erschei­nung von Leber­ent­zün­dun­gen oder chro­ni­schen Darm­ent­zün­dun­gen sein. Die Erkran­kung wird mit­hilfe von fie­ber­sen­ken­den Mitteln, Medi­ka­men­ten gegen Erbre­chen und Infu­sio­nen sym­pto­ma­tisch behan­delt. Eine (kurz­wei­lige) Ernäh­rungs­um­stel­lung ist bei dieser Erkran­kung uner­läss­lich, um die Bauch­spei­chel­drüse zu ent­las­ten.

 

 

Pankreasinsuffizienz

Bei einer Bauch­spei­chel­drü­sen­schwä­che (Pan­kre­as­insuf­fi­zi­enz) kommt die Bauch­spei­chel­drüse ihrer Funk­tion nicht mehr nach, das heißt, sie pro­du­ziert ent­we­der nicht mehr genü­gend Ver­dau­ungs­se­kret, oder nicht mehr aus­rei­chend Hormone, vor­wie­gend Insulin (kann zu Dia­be­tes mel­li­tus führen). Bei man­geln­der Sekret­pro­duk­tion handelt es sich um eine exo­krine Insuf­fi­zi­enz, bei man­geln­der Hor­mon­pro­duk­tion um eine endo­krine. Die häu­figste Ursache einer Pan­kre­as­insuf­fi­zi­enz ist eine vor­an­ge­gan­gene Pan­krea­ti­tis, infolge derer so viel Gewebe »verdaut« wurde, dass die Bauch­spei­chel­drüse ihre Funk­tio­nen nicht mehr erfül­len kann. Erb­li­che Ursa­chen sind eben­falls möglich, manch­mal kann keine Ursache gefun­den werden. Wichtig ist auch in diesem Fall eine Ernäh­rungs­um­stel­lung, außer­dem wiord vom Tier­arzt ein Ersatz­prä­pa­rat für die feh­len­den Pan­krea­sen­zyme ver­ord­net, bei Insu­lin­man­gel wird dieses eben­falls von außen über den Tier­arzt zuge­ührt.

 

 

Fütterung

1. Pan­krea­ti­tis

  • akute Form: Fasten
  • kein Getreide, größere Mengen können nicht verdaut werden
  • Obst und Gemüse sehr fein pürie­ren, Fleisch wolfen
  • keine Kno­chen­füt­te­rung
  • gerin­ger Faser­an­teil
  • all­ge­mein leicht ver­dau­li­ches ver­füt­tern, oftmals ist es unter­schied­lich, was ver­tra­gen wird
  • Häufige und dafür klei­nere Mahl­zei­ten mit Zim­mer­tem­pe­ra­tur
  • wenig Fett (keine Pflan­zen­fette), aber hoch­wer­ti­ges, sel­bi­ges beim Eiweiß
  • Enzymer­gän­zung über Papaya und Ananas (Vor­sicht: Magen­säu­re­bil­dung!), Enzym­gabe (auch medi­ka­men­tös) etwa 30 bis 60 Minuten vor jeder Mahl­zeit
  • ansons­ten Obst mit wenig Säu­re­ge­halt zur Scho­nung der Magen­schleim­haut
  • Vitamin E und Selen sind wich­tige Anti­oxi­dan­tien
  • Spi­ru­lina, Löwen­zahn, Aloe­saft und Vitamin K1 zur Ergän­zung
  • Heil­erde beru­higt den Magen
  • Unter­stüt­zung des Darms mit Pro­bio­tika

 

2. Pan­kre­as­insuf­fi­zi­enz (zusätz­lich zu/statt Punkt 1)

  • Kein Fasten
  • Gabe von Vitamin B12-hal­ti­gen Lebens­mit­teln
  • Kräuter für Leber, Niere und Lymph­sys­tem (siehe unten)

 

Wie bereits erwähnt ist es bei beiden Erkran­kun­gen zunächst wichtig, die Nahrung so leicht ver­dau­lich wie möglich zu gestal­ten. Dabei ist unter­schied­lich, was vom Hund gut ver­tra­gen wird, was ein wenig Aus­pro­bie­ren erfor­der­lich macht. Aller­dings gibt es einige Richt­li­nien, an die man sich halten kann: Große Mengen Getreide sind schlecht ver­dau­lich und stehen im Ver­dacht, Ent­zün­dun­gen zu fördern, wes­we­gen sie gemie­den werden sollten. Die Magen­schleim­haut sollte geschont und daher kein säu­re­hal­ti­ges Obst ver­füt­tert werden, auch der Darm sollte mit Pro­bio­tika zusätz­lich gepflegt werden. Es sollten mehrere kleine Mahl­zei­ten gefüt­tert werden und das Futter sollte so gut wie möglich zer­klei­nert, im Falle von Tro­cken­fut­ter auf­ge­weicht, werden, um die Zer­set­zung zu Spei­se­brei ein­fa­cher zu machen. Der Faser­an­teil sollte zuguns­ten der Ver­dau­licht­keit eben­falls gering gehal­ten werden. Auf Knochen sollte auf­grund der schwe­ren Ver­dau­lich­keit ver­zich­tet werden, bei der Roh­füt­te­rung kann der Kal­zi­um­be­darf mittels Eier­schale gedeckt werden. Fett und Eiweiß sollten nur in Maßen gefüt­tert werden, pflanz­li­che Fette sollten voll­stän­dig gemie­den werden, aller­dings sind sowohl die Fett­säu­ren als auch Pro­te­ine für den Hund essen­zi­ell. Aus diesem Grund sollte zwar die Menge redu­ziert, aber auf hoch­wer­ti­ges Fett und Eiweiß mit hoher Ver­dau­lich­keit zurück gegrif­fen werden. Papaya und Ananas können als natür­li­che Enzym­lie­fe­ran­ten ver­füt­tert werden, eine medi­ka­men­töse Gabe von tier­ärzt­li­chen Medi­ka­men­ten können sie aber nicht erset­zen. In jedem Fall sollte die Enzym­gabe – falls vom Tier­arzt ver­ord­net – etwa 30 bis 60 Minuten vor der Mahl­zeit erfol­gen, näheres ist mit dem Tier­arzt zu bespre­chen. Zur Beru­hi­gung des Magens kann Heil­erde ver­füt­tert werden, außer­dem können – wegen der Gefahr eines Mangels, aber auch, weil sie als Anti­oxi­dan­tien bezie­hungs­weise positiv auf die Ver­dau­ung wirken – Aloe­saft, Spi­ru­lina, Löwen­zahn, Vitamin K1 und Vitamin E sowie Selen ver­mehrt gefüt­tert werden.

 

Im Falle der Pan­kre­as­insuf­fi­zi­enz müssen eben­falls Enzyme bei­ge­ge­ben werden, auch die Ver­dau­lich­keit des Futters sollte mit oben genann­ten Tipps so gut wie möglich sein. Gerade bei einer Insuf­fi­zi­enz sollten Pro­bio­tika für den Darm ver­füt­tert werden, außer­dem emp­fiehlt sich eine Fut­te­r­er­gän­zung mit Vitamin B12 zusätz­lich zu den oben genann­ten Anti­oxi­dan­tien wie Selen und Vitamin E. Auf­grund des chro­ni­schen Ver­laufs besteht bei einer Insuf­fi­zi­enz logi­scher­weise keine Ver­an­las­sung zu einer Fas­ten­phase. Die Funk­tion der Leber, der Nieren sowie des Lymph­sys­tems sollten mit Kräu­tern unter­stützt werden. Dafür bieten sich zum Bei­spiel Mari­en­dis­tel und Löwen­zahn­wur­zel für die Leber, Brenn­nes­sel für die Nieren und Rotklee sowie Amp­fer­grind­wur­zel für das Lymph­sys­tem und die Aus­schei­dungs­or­gane all­ge­mein an.

 

Quellen:

  • http://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/hundekrankheiten/bauchspeicheldruesen-entzundung-pankreatitis-beim-hund/495049

  • http://www.uniklinik-duesseldorf.de/index.php?id=21059

  • Rei­nerth, Susanne: Natural Dog Food: Roh­füt­te­rung für Hunde – Ein prak­ti­scher Leit­fa­den, 1. Auflage, 2005.
  • Simon, Swanie: BARF SENIOR – Bio­lo­gisch Art­ge­rech­tes Rohes Futter im Alter und bei Erkran­kun­gen, 1. Auflage, 2008.

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