Lebererkrankungen

Leberschäden

Die Leber dient dem Körper vor­wie­gend als Ent­gif­tungs- und Spei­cher­or­gan (Eisen, Gly­ko­gen), aber auch zur Umwand­lung ver­schie­de­ner Stoffe wie der Ami­no­säu­ren der Pro­te­ine. Ist die Leber geschä­digt, zum Bei­spiel durch eine Hepa­ti­tis, eine Virus­er­kran­kung, einen Tumor/eine Zyste, infolge andere Organ­schä­den oder einer Ver­gif­tung, muss sie beson­ders in ihrer Funk­tion als Ent­gif­tungs­or­gan ent­las­tet werden. 

 

Mög­li­che Leber­schä­den sind unter anderem die Leber­fi­brose, Leber­ne­krose und die Leber­zir­rhose. Bei der Leber­fi­brose handelt es sich um einen Gewe­be­um­bau, das heißt Leber­ge­webe wird in Bin­de­ge­webe umstruk­tu­riert, wodurch ein Funk­ti­ons­ver­lust der Leber ent­steht. Im Falle der Leber­ne­krose stirbt das Gewebe der Leber ersatz­los ab. Bei einer Leber­zir­rhose ist vor allem die Gefäß- und Läpp­chen­struk­tur der Leber betrof­fen, welche durch eine ent­zünd­li­che Fibrose (das heißt Umwand­lung von Leber­ge­webe zu Bin­de­ge­webe) aus­ge­löst wird. 

Leber­schä­den können zu einer Leber­in­suf­fi­zi­enz führen, welche all­ge­mein eine Funk­ti­ons­stö­rung der Leber bezeich­net, die dazu führt, dass die Leber ihren Stoff­wech­sel­auf­ga­ben teil­weise oder ganz nicht mehr nach­kom­men kann. Im schlimms­ten Fall endet die Leber­in­suf­fi­zi­enz mit Leber­ver­sa­gen, welches sich durch drei klas­si­sche Sym­ptome bemerk­bar macht: Ikterus (Gelb­sucht), Gerin­nungs­stö­run­gen (Blut­ge­rin­nung) und Bewusst­seins­stö­run­gen. All­ge­mein können sich Funk­ti­ons­stö­run­gen der Leber durch Übel­keit, Erbre­chen, Appe­tit­ver­lust, Gelb­sucht, Flüs­sig­keits­an­samm­lun­gen im Bauch­raum und mög­li­cher­weise hell ver­färb­tem Kot äußern. 

In jedem Fall ist eine Behand­lung bei einem Tier­arzt bei Leber­schä­den unum­gäng­lich. In vielen Fällen bietet sich eine vom Tier­arzt ver­od­nete Leber­diät in Form von Fer­tig­fut­ter­mit­teln an, außer­dem müssen regel­mä­ßig die Blut­werte kon­trol­liert werden. Auch die Beigabe unten genann­ter Kräuter sollte mit dem Tier­arzt abge­spro­chen werden. 

 

 

Fütterung

  • Ziel: Ent­las­tung der Leber 
  • häufig klei­nere Mahl­zei­ten
  • Gemüse: rote Beete, Spinat, Kraus­kohl, Brok­koli (sofern dieser keine Darm­be­schwer­den ver­ur­sacht), Sel­le­rie, all­ge­mein grünes Blatt­ge­müse, gekochte Kar­tof­feln
  • Getreide wird häufig gut ver­tra­gen, sollte gut durch­ge­kocht sein. Reis und Hirse eignen sich beson­ders.
  • leicht redu­zier­ter Pro­t­e­in­ge­halt (auf 14-20%), hoch­wer­tige Pro­te­ine wie Eier, fett­ar­mer Fisch, Joghurt oder Hüt­ten­käse, helles Fleisch (Geflü­gel)
  • höherer Koh­le­hy­drat­ge­halt, gerin­ge­rer Fett­ge­halt
  • Zufüh­rung von Zink (Eigelb)
  • unter­stüt­zende Kräuter: Mari­en­dis­tel (kur­weise), Alfalfa Grün­mehl, Schöll­kraut (kur­weise), Löwen­zahn Blatt und Wurzel, Gelb­wur­zel, große Klette 
  • wich­tige Vit­amine: Anti­oxi­dan­tien (Vitamin C und Vitamin E), Vitamin B12 (immer mit anderen B-Vit­ami­nen in Ver­bin­dung für die Auf­nahme und Ver­wer­tung)
  • Coenzym Q10 als Anti­oxid­ans und zur Ent­gif­tung
  • Enzyme zur Anre­gung der Ver­dau­ung
  • Spu­ren­ele­mente aus Meeres- oder Mikro­al­gen wie Spi­ru­lina pla­ten­sis
  • SAM-Pro­duk­tion mit Vitamin B12, Fol­säure und Betain (Ami­no­säure) anregen 
  • Leci­t­hin für Fett­ab­bau und Ent­gif­tung

 

Das Füttern klei­ne­rer Mahl­zei­ten ent­las­tet die Ver­dau­ung, an welcher die Leber betei­ligt ist (siehe auch Der Ver­dau­ungs­trakt des Hundes). Um die Ver­dau­ung noch weiter zu unter­stüt­zen, emp­fiehlt es sich, mög­lichst enzym­reich zu füttern. Papaya und Ananas sind beson­ders reich an Ver­dau­ungs­en­zy­men. Oben genannte Gemüse- und Getrei­de­sor­ten werden meist gut ver­tra­gen und sollten beson­ders bei der Roh­füt­te­rung einen höheren Anteil der Ration ein­neh­men als bei einem gesun­den Hund, um den Protein- und Fett­ge­halt der Ration zu senken. Die Pro­te­in­quel­len sollten außer­dem hoch­wer­tig sein. Die Zufüh­rung von Zink unter­stützt die Leber­funk­tion, ebenso oben genann­ten Kräuter, die aber zumeist nur kur­weise ver­füt­tert werden sollten. Sie regen die Leber­funk­tion an und unter­stüt­zen die Ent­gif­tung des Körpers. Anti­oxi­dan­tien wie Vitamin C und Vitamin E, aber auch Q10 unter­stüt­zen zusätz­lich die Ent­gif­tung. Das Vitamin B12 sollte immer zusam­men mit den anderen Vit­ami­nen des B-Kom­ple­xes ver­ab­reicht werden, damit es optimal auf­ge­nom­men werden kann. Es wird nor­ma­ler Weise in der Leber gespei­chert und sollte daher bei Funk­ti­ons­ver­lust ver­mehrt ver­füt­tert werden, da es nicht in aus­rei­chen­der Menge gespei­chert werden kann. B12 ist vor allem in Fleisch, Fisch, Milch­pro­duk­ten, Ei, Hefe und Leber zu finden. Auch die sonst in der Leber gespei­cher­ten Spu­ren­ele­mente sollten auf­grund der ver­rin­ger­ten Spei­cher­ka­pa­zi­tät ver­mehrt Platz in der Ernäh­rung finden.  

SAM – abge­kürzt von S-Ade­no­syl­me­thio­nin – ist die aktive Form von Methio­nin, eine Ami­no­säure, welche für den Hund essen­zi­ell ist und über Eiweiß auf­ge­nom­men wird. SAM kann in der Leber gebil­det und gespei­chert werden, sie selbst unter­stützt aber auch die Leber­funk­tion. Die kör­per­ei­gene Bildung dieser aktiven Form kann mit­hilfe von Vitamin B12, Fol­säure (Vitamin BC) und Betain (beson­ders in roter Beete, Spinat, Brok­koli und Grün­lipp­mu­schel ent­hal­ten) geför­dert werden. Leci­t­hin, Bestand­teil der Zell­mem­bran und selbst aus B-Vit­ami­nen bestehend, ist in allen Zellen tie­ri­schen wie pflanz­li­chen Ursprungs ent­hal­ten. Es unter­stützt den Fett­ab­bau wie auch die Ent­gif­tung und damit die Leber. Leci­t­hin ist vor allem in Eigelb, Soja, Leber, Bier­hefe und Wei­zen­kei­men ent­hal­ten.

 

Quellen: 

  • http://flexikon.doccheck.com/de/Leberfibrose
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Lebernekrose
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Fibrose
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Leberzirrhose
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Leberinsuffizienz
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Betain
  • Simon, Swanie: BARF SENIOR – Bio­lo­gisch Art­ge­rech­tes Rohes Futter im Alter und bei Erkran­kun­gen, 1. Auflage, 2008. 
  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010. 

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