Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse

Die Schild­drüse dient der Pro­duk­tion ver­schie­de­ner jod­hal­ti­ger Hormone, welche haupt­säch­lich für den Stoff­wech­sel rele­vant sind. Bei einer Schild­drü­sen­über­funk­tion (Hyper­thy­reose) kommt es daher zu einer beschleu­nig­ten Stoff­wech­sel­ak­ti­vi­tät und einer ver­mehr­ten Ener­gie­ver­bren­nung, was oftmals zu Unter­ge­wicht führt. Bei einer Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion (Hypo­thy­reose) werden zu wenig Hormone pro­du­ziert, was den Stoff­wech­sel ver­lang­samt. Die Sym­ptome sind in beiden Fällen recht unspe­zi­fisch, weshalb Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen meist schwer zu dia­gnos­ti­zie­ren sind. Im Falle einer Über­funk­tion kann es zu Unruhe, Hyper­ak­ti­vi­tät, Schlaf­stö­run­gen, Herz­be­schwer­den, Durch­fall, Gewichts­ver­lust und Mus­kel­schwä­che kommen. Eine Unter­funk­tion kann sich durch glanz­lo­ses, unter­ent­wi­ckel­tes Fell und Fell­ver­lust, tro­ckene, raue und anfäl­lige Haut, Lust­lo­sig­keit, Leis­tungs­schwä­che und sel­te­ner auch Herz­pro­bleme äußern. 

 

Eine Dia­gnose lässt sich mittels eines Blut­bil­des stellen, in welchem die Werte der Schild­drü­sen­hor­mone gemes­sen werden. Im Falle einer Unter­funk­tion wird medi­ka­men­tös Thy­ro­xin, eines der wich­tigs­ten Schild­drü­sen­hor­mone, zuge­führt. Dies ist unab­hän­gig von der Füt­te­rung zwin­gend not­wen­dig, erfor­dert eine Ein­stel­lung auf die rich­tige Dosie­rung und regel­mä­ßige Blut­kon­trol­len durch den Tier­arzt (auch bei einer Über­funk­tion ist letz­te­res der Fall). Dennoch können beson­ders in der Roh­füt­te­rung ein paar kleine Tipps beach­tet werden, um der Erkran­kung ent­ge­gen zu wirken. Auf die zusätz­li­che Beigabe von Jod sollte in beiden Fällen ver­zich­tet werden. Bei einer Über­funk­tion würde dieses die Pro­duk­tion nur noch weiter anregen, bei einer Unter­funk­tion kann Jod wirksam sein, aber das Ergeb­nis der Medi­ka­men­ten­ein­stel­lung ver­fäl­schen. Aus diesem Grund sollte eine solche Zugabe (es sind auch Medi­ka­mente mit Thy­ro­xin und Jod ver­füg­bar) mit dem Tier­arzt abge­spro­chen werden. Von vor­beu­gen­den, ver­mehr­ten Jod­gaben ist eben­falls abzu­ra­ten, da diese eine Funk­ti­ons­stö­rung begüns­ti­gen können. 

 

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Eine Schild­drü­sen­über­funk­tion beim Hund ist sehr selten und geht meist mit einem Tumor als Ursache einher. Über die Ernäh­rung kann in diesem Fall nicht viel getan werden, außer den Hund mittels ver­schie­de­ner Kräuter etwas zur Ruhe zu bringen, da eine Über­funk­tion wie erwähnt für Hyper­ak­ti­vi­tät sorgen kann, und zu ver­su­chen, die über­schüs­sige Hor­mon­pro­duk­tion zu deckeln oder zumin­dest nicht weiter zu fördern. Beru­hi­gend wir­kende Kräuter sind zum Bei­spiel Helm­kraut, Pas­si­ons­blume, Weiß­dorn und Bal­drian. Manche Hun­de­hal­ter ver­trauen auch auf eine Bach­blü­ten­the­ra­pie, welcher aber zuvor mit einem Fach­kun­di­gen abge­spro­chen werden sollte. Brok­koli und Kohl wird außer­dem nach­ge­sagt, die Hor­mon­pro­duk­tion der Schild­drüse zu ver­min­dern, wes­we­gen diese ver­mehrt gefüt­tert werden können. 

 

 

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Ent­spre­chend der Tipps zur Über­funk­tion sollte bei einer Unter­funk­tion kein Kohl und kein Brok­koli ver­füt­tert werden. Neben der Behand­lung mit Thy­ro­xin durch den Tier­arzt emp­fiehlt sich beson­ders in der Anfangs­phase eine Sym­ptom­lin­de­rung, das heißt eine Nah­rungs­er­gän­zung mit hoch­wer­ti­gen Ölen (Öle mit hohem Gehalt an Omega3 und Omega-6-Fett­säu­ren) und gege­be­nen­falls eine Bier­he­fe­kur zur Ver­bes­se­rung von Fell und Haut. An manchen Stellen werden Mee­resal­gen als Beigabe emp­foh­len. Da diese aber stark jod­hal­tig sind, kann deren Beigabe das Ergeb­nis der Blut­kon­trol­len und Medi­ka­men­ten­ein­stel­lung wie erwähnt ver­fäl­schen, außer­dem sollte darauf geach­tet werden, ob der Hund bereits ein Prä­pa­rat mit Jod erhält. Der­ar­tige Bei­ga­ben sind also defi­ni­tiv mit dem Tier­arzt abzu­spre­chen, auch wenn Jod an sich posi­ti­ven Ein­fluss auf eine Schild­drü­sen­un­ter­funk­tion hat. 

 

Quellen:

  • http://flexikon.doccheck.com/de/Hyperthyreose
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Hypothyreose
  • Simon, Swanie: BARF SENIOR – Bio­lo­gisch Art­ge­rech­tes Rohes Futter im Alter und bei Erkran­kun­gen, 1. Auflage, 2008. 

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