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Verordnungen anderer Länder für Listenhunde

Neben Deutsch­land haben noch zahl­rei­che andere Länder Ras­se­hund­lis­ten, die mit ver­schie­de­nen Bedin­gun­gen bis hin zu einem Ein- und Durch­rei­se­ver­bot ver­knüpft sind. In jedem Fall sollte sich vor der Reise ins Ausland bei der ent­spre­chen­den Bot­schaft erkun­digt werden, ob bestimmte Rassen ein­rei­sen dürfen und unter welchen Bedin­gun­gen. Infor­mie­ren Sie sich auch, wenn Sie einen Hund halten, der einem Lis­ten­hund ähnlich sieht, denn auch in diesem Fall kann es vor Ort Pro­bleme mit den Behör­den geben. Nach­ste­hend eine Liste der Länder, die auf den Home­pages ihrer Bot­schaf­ten oder ähnlich seriö­sen und aktu­el­len Quellen Angaben über ent­spre­chende Rege­lun­gen machen. Diese erset­zen aber wie erwähnt keinen zeitnah vor dem Urlaub getä­tig­ten Anruf bei jewei­li­ger Bot­schaft oder dem aus­wer­ti­gen Amt. Letz­te­res ver­linkt auf seiner Home­page auch die Bot­schaf­ten aller ent­spre­chen­den Länder, welche wie­derum zumeist die ent­spre­chende Ver­ord­nung ver­lin­ken oder zumin­dest zusam­men fassen (in deut­scher Sprache). Dies ist nach wie vor die sicherste Lösung, wenn man bedenkt, dass Hunde mit ent­spre­chen­den Merk­ma­len kon­fis­ziert werden können. Darüber hinaus gelten natür­lich unab­hän­gig der Rasse noch zusätz­li­che Ein­rei­se­vor­aus­set­zun­gen für jedes Land.

 

 

Dänemark

Däne­mark hat mit die strengs­ten Bestim­mun­gen in Sachen Lis­ten­hun­den, wie sich in zahl­rei­chen Pres­se­mit­tei­lun­gen über ein­ge­schlä­ferte Hunde gezeigt hat. Die der­zei­tige Liste ver­bo­te­ner Tiere umfasst 13 Hun­de­ras­sen. Diese sind Pit Bull Terrier, Tosa Inu, Ame­ri­can Staf­fordshire Terrier, Fila Bra­si­leiro, Dogo Argen­tino (argen­ti­ni­sche Dogge), Ame­ri­can Bulldog, Boer­boel, Kangal, Zen­tral­asia­ti­scher Owtscharka, Kau­ka­si­scher Owtscharka, Süd­rus­si­scher Owtscharka, Tornjak sowie Šar­pla­ni­nac. Die Ein­reise mit einem Ver­tre­ter der genann­ten Rassen ist ebenso ver­bo­ten wie die Haltung als Staats­bür­ger. Aus­nah­men gelten für Hunde, die vor dem 17. März 2010 ange­schafft wurden (Pit Bull Terrier und Tosa Inu aus­ge­nom­men). Diese dürfen ein­rei­sen, aller­dings besteht Maul­korb- und Lei­nen­zwang. Da Däne­mark aller­dings meist mit der Tötung des Tieres auf den Auf­ent­halt ver­bo­te­ner Rassen im Land reagiert, sollte von einem Urlaub dort abge­se­hen werden, auch wenn der Hund vor der genann­ten Frist ange­schafft wurde und auch, wenn er einer der genann­ten Rassen auch nur optisch ähnelt. Das Gesetz befin­det sich zwar derzeit in Über­ar­bei­tung, aller­dings sieht es nicht so aus, als würde sich die Liste ver­än­dern, ledig­lich die Rege­lun­gen zur Tötung nach Beiß­ver­let­zun­gen sollen dahin­ge­hend kon­kre­ti­siert werden, dass Beiß­ver­let­zun­gen neu und genau defi­niert werden sollen. Vor­sicht daher auch mit Hunden anderer Rassen: Tiere, die einen Men­schen beißen, werden in Däne­mark derzeit unver­züg­lich getötet. In jedem Fall sollte vor einer Reise nach Däne­mark die Home­page des aus­wer­ti­gen Amtes bezie­hungs­weise die des däni­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums genau­es­tens auf Bestim­mun­gen und mög­li­che Ände­run­gen geprüft werden. 

 

 

Frankreich

Frank­reich teilt nicht wie die deut­schen Bun­des­län­der in Rassen ein, die zum Groß­teil nicht FCI-aner­kannt sind (zum Bei­spiel Pit Bull), sondern teilt in Hun­de­ty­pen und Kate­go­rien ein. Die Typen werden ihrer Optik nach genauer beschrie­ben und bei über­ein­stim­men­den Merk­ma­len einem Typus zuge­ord­net, unab­hän­gig von dem, was viel­leicht im Impf­pass steht. Kate­go­rie 1 darf weder nach Frank­reich ein­rei­sen noch darf mit diesen Hunden Frank­reich durch­quert werden. Diese Kate­go­rie umfasst Hunde, die keinen FCI-gül­ti­gen Stamm­baum nach­wei­sen können. Eine tier­ärzt­li­che Beschei­ni­gung, die die Zuge­hö­rig­keit zu einem dieser Typen in Kate­go­rie 1 wider­legt, kann zwar mit­ge­nom­men werden, aller­dings kann ein fran­zö­si­scher Amts­ve­te­ri­när diese als ungül­tig erklä­ren, was zur Beschlag­nah­mung des Hundes führen kann. Aus diesem Grund sollte kein Hund, der optisch in die Kate­go­rie 1 ein­ge­ord­net werden könnte, nach oder durch Frank­reich reisen. Die Hun­de­ty­pen, die in Kate­go­rie 1 genannt werden, sind: 

  • Pit Bull: wird beschrie­ben als »kleine Dogge in varia­blen Farben«, Brust­kor­bum­fang betrage 60 bis 80cm, Gewicht 18 bis 40kg und Wider­rist­höhe 35 bis 50cm. Weitere opti­sche Merk­male sind: kräf­ti­ger Kör­per­bau, starke Bemus­ke­lung, beson­ders an der Vor­der­hand und den Wangen, kräf­ti­ger Kiefer, kurzes Fell.
  • Boer­boel: als »meist reh­far­bige Dogge« beschrie­ben, Brust­kor­bum­fang läge bei unter 80cm, Gewicht bei unter 40kg und Wider­rist­höhe bei 50 bis 70cm. Weitere opti­sche Merk­male: groß, mus­ku­lös, kräf­ti­ger Kör­per­bau, breiter Kopf, kurze Schnauze, hän­gende Lefzen, breiter Hals mit Haut­fal­ten, kurzes Fell. 
  • Tosa: eine »kurz­haa­rige Dogge, reh­far­ben, brindel oder schwarz«. Brust­kor­bum­fang unter 80cm, Gewicht unter 40kg, Wider­rist­höhe 60 bis 65cm. Weitere opti­sche Merk­male: kräf­ti­ger Kör­per­bau und Kiefer, breiter Schädel, mit­tel­lange Schnauze, aus­ge­präg­ter Augen­ab­stand, breiter Hals mit Haut­fal­ten, breite und hohe Brust, breiter Schwanz­an­satz.

Hunde des Typus Pit Bull, Tosa und Rott­wei­ler gehören zur Kate­go­rie zwei, sofern sie einen gül­ti­gen FCI-Stamm­baum und einen vom fran­zö­si­schen Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rium aner­kann­ten Stamm­bau­mein­trag haben (diese Papiere müssen mit­ge­führt werden). Darüber hinaus müssen die Hunde einen Trans­pon­der, einen EU-Heim­tier­aus­weis und eine gültige Toll­wut­imp­fung besit­zen. Ist dies der Fall, dürfen die Tiere nach Frank­reich ein­rei­sen.

 

Großbritannien/England

In England gilt ein strik­tes Hal­tungs­ver­bot für die Hun­de­ty­pen Pit Bull Terrier, Japa­nese Tosa, Dogo Argen­tino und Fila Bra­si­leiro. In diesem Fall wird des­we­gen von Typen gespro­chen, weil im Ori­gi­nal geschrie­ben steht: »Whether your dog is a banned type depends on what it looks like, rather than its breed or name.« Frei über­setzt heißt das, dass es weniger eine Rolle spielt, welcher Rasse der Hund offi­zi­ell ange­hört, als wonach er aus­sieht. Haben Sie also einen beschei­nig­ten Ver­tre­ter einer anderen Rasse dabei, der einem der oben genann­ten Typen optisch ähnelt, bekom­men Sie ebenso Schwie­rig­kei­ten, als hätten Sie einen Pit Bull laut Impf­pass im Gepäck. Die Behör­den sind befugt, den Hund in Gewahr­sam zu nehmen, selbst wenn er in keins­ter Weise gefähr­li­ches Ver­hal­ten an den Tag legt. Die Tötung kann eben­falls erfol­gen. 

 

Italien

Seit 2009 gibt es in Italien keine Liste gefähr­li­cher Rassen mehr. Zuvor gab es eine 135 Rassen umfas­sende Auf­lis­tung, die sich nach der »Ordi­nanza Martino« nicht bewährt hat. Diese neue Liste trat nun an die Stelle der Ras­se­lis­ten. In ihr werden unab­hän­gig von der Rasse alle auf­fäl­lig gewor­de­nen Hunde und Halter ver­merkt. 

 

Niederlande/Holland

Im Januar 2009 wurde die Rege­lung für aggres­sive Tiere (RAD) aus dem Jahr 1993 auf­ge­ho­ben. Der Gesetz­ge­ber stellte fest, dass sich auch nach dem Verbot für pit­bull­ar­tige Rassen nichts an der Beiß­sta­tis­tik geän­dert hat und die meisten Vor­fälle sich nach wie vor im fami­lie­ren Umfeld ereig­nen. Aus diesem Grund gibt es in Holland keine Ras­se­liste mehr, jeder Hund mit Transponder/Chip, EU-Heim­tier­aus­weis und gül­ti­ger Toll­wut­imp­fung darf ein­rei­sen. 

 

Österreich

In Öster­reich gibt es derzeit kein das ganze Land betref­fen­des Lis­ten­hund­ge­setz. Jedes Bun­des­land und jede Gemeinde legt Bestim­mun­gen für die Leinen- und Maul­korb­pflicht aber auch für die Ein­reise selbst fest. Die offi­zi­elle Seite des Landes rät daher dazu, sich vor einer Ein­reise bei dem betref­fen­den Gemein­de­amt zu infor­mie­ren.

 

Schweden

In Schwe­den gibt es keine Ras­se­lis­ten, es gelten die­sel­ben Bestim­mun­gen wie bei Reisen mit allen Hun­de­ras­sen inner­halb der EU.

 

Schweiz

Auch in der Schweiz kann jeder Kanton eigene Lis­ten­hund­re­ge­lun­gen auf­stel­len. Es ist daher uner­läss­lich, sich vor Rei­se­an­tritt bei der ent­spre­chen­den Bot­schaft zu infor­mie­ren.

 

Spanien

Grund­sätz­lich ist die Einfuhr aller Rassen erlaubt, aller­dings können auch hier ein­zelne Bezirke ver­schie­dene Vor­schrif­ten bestim­men. Erkun­di­gen Sie sich daher vor Rei­se­an­tritt unbe­dingt beim aus­wär­ti­gen Amt bezie­hungs­weise der spa­ni­schen Bot­schaft über even­tu­elle Rege­lun­gen.

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