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Welche Arten von Zeckenschutz gibt es?

Jedes Jahr, wenn das Wetter wärmer wird, werden Zecken zu einem großen Problem für Hun­de­hal­ter. Je nach Region kann das Auf­kom­men sehr unter­schied­lich sein, jedoch beschäf­tigt sich wohl jeder Hun­de­hal­ter früher oder später mit der Frage, wie er Zecken effek­tiv von seinem Hund fern­hal­ten kann. Denn Zecken sind nicht nur lästig, sondern über­tra­gen auch Krank­hei­ten wie Bor­re­liose oder einen Teil der Mit­tel­meer­krank­hei­ten. An dieser Stelle sollen die gän­gigs­ten Metho­den kurz vor­ge­stellt werden.

 

 

Absammeln

ZeckenzangenAm ein­fachs­ten und wir­kungs­volls­ten ist nach wie vor das schlichte Absam­meln der Zecken. Während und nach dem Spa­zier­gang lassen sich so die meisten Tier­chen bereits finden. Sollte eine Zecke dennoch einmal zubei­ßen, kann diese mit der Hand, einer Zecken­karte oder einer Zeckenzange/Pinzette recht einfach ent­fernt werden. Dies sollte so schnell wie möglich gesche­hen, da Zecken Erreger wie Bor­re­lien während der gesam­ten Zeit, in der sie sich in die Haut des Hundes ver­bis­sen haben, abgeben. Die abge­sam­mel­ten Zecken können ent­we­der zer­drückt oder in Wasser – am wir­kungs­volls­ten mit einem Tropfen Spül­mit­tel – ertränkt werden. 

 

 

Spot-Ons und Zeckenhalsbänder

Spoton gegen ZeckenEs gibt eine große Band­breite ver­schie­de­ner che­mi­scher Mittel wie Spot-Ons, Zecken­hals­bän­der und Tablet­ten, welche den Befall auf ein Minimum redu­zie­ren bezie­hungs­weise ganz ein­däm­men sollen. Die Wirk­dauer der Prä­pa­rate kann der Packung ent­nom­men werden, ebenso gegen welche anderen Schäd­linge (Flöhe, Würmer und ähn­li­ches) die Mittel helfen. Immer öfter wird aller­dings von diesen Mitteln abge­ra­ten, da sie in Ver­dacht stünden, Krank­hei­ten wie Epi­lep­sie zu begüns­ti­gen oder all­er­gi­sche Haut­re­ak­tio­nen her­vor­zu­ru­fen. Welche Mittel wirksam gegen einen Zecken­be­fall sind, scheint von Region zu Region unter­schied­lich zu sein. Es schei­nen sich Resis­ten­zen bei den Zecken zu ent­wi­ckeln, sodass manche Wirk­stoffe in einer Region kaum bis gar nicht mehr wirksam sind. Aus diesem Grund kann es nütz­lich sein, regel­mä­ßig das Prä­pa­rat zu wech­seln.

Wenn Katzen im Haus­halt sind, sollte zur Sicher­heit ein Prä­pa­rat ver­wen­det werden, welches nicht auf dem Wirk­stoff Per­me­th­rin basiert. Dieser ist giftig für Katzen und kann bei Kontakt zum Tod führen. Da Spot-Ons durch die Haut auf­ge­nom­men werden, genügt bereits der Kontakt mit einem frisch behan­del­ten Hund.

Auf die Dosie­rung sollte eben­falls geach­tet werden: Spot-Ons sind für ver­schie­dene Gewichts­klas­sen von Hunden erhält­lich und es sollte aus­schließ­lich das ent­spre­chende Prä­pa­rat ver­wen­det werden, um eine Über­do­sie­rung zu ver­mei­den. 

Zecken­hals­bän­der werden dem Hund schlicht umge­legt für die Zeit ihrer Wirk­dauer, Spot-Ons werden im Nacken- und Becken­be­reich mittig auf dem Rücken auf­ge­tra­gen, wobei das Fell mit den Fingern bei­seite gehal­ten werden sollte, damit das Mittel direkt auf die Haut gelangt. Nach der Anwen­dung sollten die Hände gründ­lich gewa­schen werden. Der Hund kann nach wie vor gestrei­chelt werden, aller­dings weisen die Her­stel­ler aus Sicher­heits­grün­den darauf hin, dass die behan­delte Stelle nicht berührt werden sollte und Hun­de­hal­ter sich nach dem Strei­cheln die Hände waschen sollten. 

Außer­dem gibt es inzwi­schen diverse Spot-Ons mit rein pflanz­li­chen, natür­li­chen Wirk­stof­fen. Diese nutzen ver­schie­dene Kom­bi­na­tio­nen äthe­ri­scher Öle oder Extrakte (bei­spiels­weise von der Kokos­nuss), welche abschre­ckend auf Para­si­ten wie Zecken und Flöhe wirken sollen. Der­ar­tige Prä­pa­rate sind online, im Fach­han­del und manch­mal auch beim Tier­arzt erhält­lich.

 

Knoblauch und Kokosöl

KnoblauchKnob­lauch wie auch Kokos wird eine hohe Wirk­sam­keit gegen Schäd­lings­be­fall nach­ge­sagt. Beides kann an den Hund ver­füt­tert werden und soll in dieser Dar­rei­chungs­form unter anderem auch gegen Würmer sowohl vor­beu­gend als auch abtö­tend wirken. Gerie­be­nen Möhren wird eine ähn­li­che Wirkung zuge­schrie­ben. Diese reicht angeb­lich so weit, dass das Ver­füt­tern von Knob­lauch auch Zecken fern hält.

Kokosöl soll auf­grund seines hohen Gehal­tes an Lau­r­in­säure das­selbe bewir­ken. Näheres dazu sowie Hin­weise zur Dosie­rung finden Sie im Artikel »Kokos«.

Ein wei­te­rer Para­si­ten­schutz pflanz­li­chen Ursprungs ist Schwarz­küm­melöl. Täglich ein paar Tropfen ins Fell und ein paar ins Futter sollen Zecken und Flöhe vom Hund fern­hal­ten.

 

Bernsteinketten und Mineralsteine

Bernstein gegen ZeckenInzwi­schen finden sich auch immer häu­fi­ger Berichte über die Wirk­sam­keit von Bern­stein­ket­ten und Mine­ral­stei­nen. Zu beidem finden sich unter­schied­li­che Hand­ha­bungs­an­wei­sun­gen. Am häu­figs­ten wird bei den Mine­ral­stei­nen zur Ver­wen­dung von Rhodo­nit als Trom­mel­stein und Ame­thyst (aus einer Druse, einem hohlen Gestein, stam­mend) geraten. Der Rhodo­nit solle in Lei­tungs­was­ser gelegt werden, welches der Hund nach einer gewis­sen Wirk­zeit täglich zu trinken bekommt. Mit­hilfe des Ame­thys­ten solle der Rhodo­nit alle zwei bis drei Wochen erneut »auf­ge­la­den« werden. 

Bern­stein­ket­ten werden dem Hund dau­er­haft um den Hals gelegt. Der Bern­stein lade sich durch die stete Reibung bei Bewe­gung elek­trisch auf und halte so die Zecken fern. Bei unge­schlif­fe­nen Steinen ent­stünde dabei feiner Abrieb, welcher sich als eine Art Schutz­schicht über das Fell lege. Dieser habe einen har­zi­gen Eigen­ge­ruch und soll die Zecken dadurch fern­hal­ten. Da Zecken aller­dings keinen Geruchs­sinn zu haben schei­nen, dürfte das auch keinen Ein­fluss auf die Zecken­pro­phy­laxe haben. Zecken ver­fü­gen ledig­lich über das soge­nannte Hal­ler­sche Organ am Vor­der­bein, welches ihnen erlaubt, che­mi­sche Stoffe, wie sie zum Bei­spiel in Schweiß ent­hal­ten sind, wahr­zu­neh­men. Für die Zecke ist dabei die Zusam­men­set­zung ent­schei­dend, kein ein­zel­ner Stoff. Würde der Bern­stein­ab­rieb also diese che­mi­sche Zusam­men­set­zung ver­än­dern, könnte das den Hund weniger attrak­tiv für Zecken machen. Ob Bern­stein­ab­rieb über derart wahr­nehm­bare Stoffe verfügt ist aller­dings unklar, ebenso, ob er in irgend­ei­ner Weise Ein­fluss auf die von den Zecken wahr­nehm­ba­ren che­mi­schen Stoffe hat. Hinzu kommt, dass Men­schen zwar nahezu am ganzen Körper Schweiß abson­dern, Hunde aller­dings nicht. Bei Hunden müsste der Bern­stein­ab­rieb demnach auf andere Fak­to­ren Ein­fluss nehmen als bei Men­schen. Folgt man dieser Logik, wären posi­tive Erfah­rungs­be­richte beim Men­schen, auf denen manche Theo­rien hierzu basie­ren, für die Anwen­dung beim Hund wertlos.

Beide Metho­den sind trotz posi­ti­ver Erfah­rungs­be­richte ver­schie­de­ner Hun­de­hal­ter mehr als umstrit­ten. Die Wirk­sam­keit von Bern­stein und Mine­ral­stei­nen wurde bisher nicht wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen.

 

Was tun, wenn der Kopf der Zecke beim Entfernen stecken bleibt?

Trotz aller Mühen kann es vor­kom­men, dass man beim Ent­fer­nen der Zecke ihren Kopf abreißt und dieser in der Haut des Hundes stecken bleibt. Das ist aber zunächst kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen kapselt sich der Kopf ab und wird vom Körper nach wenigen Tagen »hinaus beför­dert«. Die Stelle wird sich also leicht röten, dann bildet sich eine Kapsel und schließ­lich hat sich der Kopf so weit in Rich­tung Ober­flä­che bewegt, dass er mit einer Kruste abfällt oder vor­sich­tig ent­fernt werden kann. Am besten ist es daher, die Stelle erst einmal in Ruhe zu lassen. Sofern nicht wirk­lich ein greif­ba­res Stück Zecke aus der Haut ragt, sodass man mit einer Pin­zette arbei­ten kann, wird man beim Versuch, den Kopf nach­träg­lich zu ent­fer­nen, für noch mehr Schaden und Haut­ir­ri­ta­tion sorgen. Den Kopf erwischt man dabei aber nur selten. Zug­s­albe kann helfen, den Prozess des »Her­aus­schaf­fens« zu beschleu­ni­gen, ist aber wenig nütz­lich, wenn der Hund dadurch nur auf die Stelle auf­merk­sam wird und die Salbe ableckt.
Sollte sich die Stelle aller­dings stark röten, warm werden, eine Schwel­lung auf­tre­ten oder sonst etwas auf eine Infek­tion hin­deu­ten, ist ein Besuch beim Tier­arzt unum­gäng­lich. Zumin­dest tele­fo­nisch sollte das weitere Vor­ge­hen abge­klärt werden, sobald irgend­et­was an der Stelle »unge­sund« oder »nicht normal« aus­sieht. Auch die Ver­wen­dung von Zug­s­albe sollte, wenn noch keine Erfah­run­gen damit vor­han­den sind, zunächst mit einem Tier­me­di­zi­ner bespro­chen werden.

2 Kommentare

  1. Rebecca

    Hallo, kann ich auch ein Zecken­schutz­mit­tel für Men­schen am Hund ver­wen­den?
    Grüße

    1. Vitaler Hund

      Huhu,

      nein, bitte nicht. Es kommt auf das Mittel und der Wirk­stoff und schließ­lich auch die Dosie­rung an, die pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht gerech­net wird. Daher bitte den Tier­arzt vor der Ver­wen­dung fragen, auch wenn ich stark davon ausgehe, dass er pau­schal nein sagen wird.

      Liebe Grüße

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