Aufbau und beteiligte Organe

Kopfdarm/Mundhöhle/Gebiss

Bekann­ter ist der Kopf­darm ver­mut­lich als Mund­höhle, das heißt er umfasst im Wesent­li­chen Lefzen, Zähne und Zunge. Der Haus­hund verfügt über 42 Zähne, 28 Milch­zähne im Wel­pe­n­al­ter. Die ersten drei Wochen seines Lebens ist der Welpe zahnlos, inner­halb der ersten vier bis sechs Lebens­wo­chen bildet sich aller­dings rasch das voll­stän­dige Wel­pen­ge­biss. Mit etwa einem halben Jahr kommt der Hund in den Zahn­wech­sel, das heißt die bestehen­den Milch­zähne wech­seln, zusätz­li­che Zähne brechen durch. Die Eck- und Reiß­zähne spielen für das Ergrei­fen und Zer­le­gen der Beu­te­tiere eine wich­tige Rolle, beim heu­ti­gen Haus­hund kommen sie eher bei der Roh- und Kno­chen­füt­te­rung zum Einsatz.
Die Zunge des Hundes erscheint im Ver­gleich zu der mensch­li­chen Zunge sehr lang. Sie weist in der Mitte eine ril­len­för­mige Ver­tie­fung auf und erin­nert in ihrer Gesamt­heit an einen Löffel mit schar­fen Rändern. Auf ihrer Ober­flä­che befin­den sich Papil­len (Aus­stül­pun­gen) und ein­zelne Geschmacks­knos­pen. Die Zunge des Hundes ist zudem weit beweg­li­cher als die der meisten Men­schen.

 

 

Vorderdarm

Nach der Mund­höhle folgen nun die Spei­se­röhe und der Magen. Die Spei­se­röhre ist ein äußerst elas­ti­scher Schlauch, der mit Schleim­drü­sen aus­ge­stat­tet ist, welche den Spei­se­brei »schmie­ren«, um ihn besser nach unten in den Magen trans­por­tie­ren zu können. Zwi­schen der Spei­se­röhre und dem Magen liegt ein kräf­ti­ger Ring­mus­kel, welcher die Wei­ter­gabe des Spei­se­breis in den Magen steuert.

Schleimhautregionen im Magen des Hundes

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Der Magen – vor­stell­bar ähnlich einem Sack – weist an seinem Ausgang (Pylorus) wie auch an seinem Eingang (Magen­mund oder Kardia) einen wei­te­ren Ring­mus­kel auf, sodass er sich zum Darm hin ver­schlie­ßen kann. Sein Anfangs­teil (Magen­fun­dus) ist eher kugelig und stark dehnbar, sein Endteil (Antrum) eher schlauch­ar­tig. Er ist mit einer Schleim­haut aus­ge­klei­det, wie der Rest des Ver­dau­ungs­ka­nals eben­falls, welche je nach Drü­sen­art in drei Regio­nen unter­teilt wird: Die Kar­dia­drü­sen­zone am Magen­ein­gang (bildet wäss­ri­ges Sekret und Schleim), die Fun­dus­drü­sen­zone im kuge­li­gen, vor­de­ren Teil des Magens (belegt zwei Drittel bis drei Viertel des gesam­ten Magens, pro­du­ziert Schleim und den eigent­li­chen Magen­saft) sowie die Pylo­rus­drü­sen­zone (Bildung von Ver­dau­ungs­en­zy­men und schlei­mi­gen Sekre­ten).
Ist der Magen leer, ist er im Brust­korb gelegen, ist er gefüllt reicht er bis zur 13ten Rippe und noch weiter hinaus, sodass er ertas­tet werden kann. 

 

 

Mittel- und Enddarm

Der Mittel- und Enddarm bezeich­nen den Dünn- und Dick­darm zusam­men mit ihren unter­schied­li­chen Abschnit­ten. Der Dünn­darm ist das umfang­reichste Stück des Darm­roh­res, er füllt im Wesent­li­chen den Bereich zwi­schen Magen und Becken aus. Er weist sechs bis acht Win­dun­gen auf und geht direkt an Leber und Bauch­spei­chel­drüse (Pan­kreas) vorbei. Im Wesent­li­chen lässt sich der Dünn­darm in drei Abschnitte unter­tei­len: Zwölf­fin­ger­darm (Duo­de­num), Leer­darm (Jejunum) und Krumm- oder Hüft­darm (Ileum). Am Hüft­darm ist außer­dem der Blind­darm (Zäkum) ange­schlos­sen, an dessen Grenze der Dünn­darm in den ersten Abschnitt des Dick­darms (Kolon) über­geht. Dieser mündet in den Mast­darm (Rektum), der schließ­lich zum Darm­aus­gang (After) führt, wo ring­för­mige Muskeln den Ver­schluss des Darm­aus­gan­ges und damit die Aus­schei­dung kon­trol­lie­ren. Am Darm­aus­gang liegen darüber hinaus die Zir­kum­anal­drü­sen sowie die Aus­gänge der beiden Anal­beu­tel. Dabei handelt es sich um sack­ar­tige Haut­aus­stül­pun­gen, welche Erbsen- bis Wal­nuss­größe errei­chen. 

Die Schleim­haut des Dünn­dar­mes besteht aus etwa 4 Mil­li­ar­den Zotten, auf welchen sich zusätz­lich Zellen mit einem sognann­ten Bürs­ten­saum bilden, welche die Ober­flä­che des Darmes auf das 600-Fache ver­grö­ßern. An der Ober­flä­che dieser Zellen befin­det sich zudem eine Membran, die feine Poren auf­weist, welche es den zer­leg­ten Nah­rungs­be­stand­tei­len ermög­li­chen, in die Zellen ein­zu­tre­ten und über sie weiter trans­por­tiert zu werden. 

Die Schleim­haut des Dick­dar­mes ist mit einer schüt­zen­den Schleim­schicht über­zo­gen, unter ihr befin­det sich eine Mus­kel­schicht, welche dem Darm ermög­licht, sich zu bewegen und zu kon­tra­hie­ren. Der eigent­li­che Darm­saft wird im Dünn- wie auch im Dick­darm von den soge­nann­ten Lie­ber­kühn-Drüsen pro­du­ziert, am Eingang des Dünn­dar­mes befin­den sich zusätz­lich Brunner-Drüsen mit ähn­li­cher Funk­tion. Am Über­gang vom Zwölf­fin­ger­darm zum Leer­darm münden außer­dem soge­nannte Aus­füh­rungs­gänge von Gal­len­blase und Bauch­spei­chel­drüse, über welche die Sekrete dieser beiden Organe in den Darm gelan­gen.

 

Leber

Die Leber fun­giert in erster Linie als Umwand­ler ver­schie­de­ner Nah­rungs­be­stand­teile, Ent­gif­ter ver­schie­de­ner Abbau­pro­dukte sowie als Spei­cher ver­schie­de­ner Nähr­stoffe. Darüber hinaus pro­du­ziert sie aber auch ein für die Ver­dau­ung wich­ti­ges Sekret: Die Galle. In den Zellen der Leber wird die Galle gebil­det, welche über den Leber­gang in die Gal­len­blase wei­ter­ge­lei­tet wird und damit über den oben genann­ten Aus­füh­rungs­gang in den Dünn­darm gelangt. In der Gal­len­blase selbst wird die Galle nur kurz­zei­tig gespei­chert und ein­ge­dickt. Die Galle beein­flusst indi­rekt die Eiweiß- und Fett­ver­dau­ung und bilden aus den Abbau­pro­duk­ten der Fette lös­li­che Ver­bin­dun­gen, die vom Körper auf­ge­nom­men werden können.

 

Bauchspeicheldrüse

Die Bauch­spei­chel­drüse – auch Pan­kreas – bildet Enzyme, welche für die Ver­dau­ung uner­läss­lich sind. Sie ist somit an der Protein-, Fett- und Koh­len­hy­drat­ver­dau­ung in großem Maße betei­ligt, wes­we­gen bei einer Unter­funk­tion auf leicht ver­dau­li­che Nahrung zurück gegrif­fen werden muss. 

 

Im Grunde funk­tio­niert die Ver­dau­ung des Hundes also gar nicht so viel anders als die des Men­schen. Mund­höhle, Magen-Darm-Trakt und die Ent­gif­tungs­or­gane arbei­ten recht ähnlich, auch wenn sie auf größere Mengen Fleisch aus­ge­legt sind als der Ver­dau­ungs­trakt des Men­schen.

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