pH-Werte

Eine wich­tige Rolle bei der Ver­dau­ung spielt der pH-Wert in den ein­zel­nen Regio­nen des Ver­dau­ungs­ka­nals. Dieser gibt all­ge­mein an, ob eine wäss­rige Lösung sauer, neutral oder basisch (alka­lisch) ist. Für die Messung werden ein­fa­che Zah­len­werte benutzt: Ein Wert unter 7 bezeich­net eine saure Lösung, ein Wert von genau 7 eine neu­trale sowie ein Wert von über 7 eine alkalische/basische. Das Gleich­ge­wicht zwi­schen Säure und Base ist für den Hund ent­schei­dend, zum einen für die Ver­dau­ung des Futters, zum anderen um Schäden am Ver­dau­ungs­ka­nal zu ver­hin­dern. Die Abstim­mung zwi­schen sauren und basi­schen Lösun­gen bezie­hungs­weise deren Aus­gleich durch den jeweils anderen wird auch als Säure-Basen-Haus­halt bezeich­net. Wie bereits unter Ver­dau­ungs­säfte beschrie­ben schützt der Körper sich zwar vor der eigenen Säure mittels schlei­mi­ger Sekrete, doch ist deren Wirkung begrenzt. Ein Ungleich­ge­wicht zuguns­ten der Säure sorgt für Auf­sto­ßen, Sod­bren­nen und Erbre­chen – viele Hun­de­hal­ter kennen dieses Problem auch unter dem Wort »Über­säu­ern«. Dazu kommt es, wenn die im Magen gebil­dete Säure durch die kör­per­ei­ge­nen Basen nicht aus­ge­gli­chen werden kann. Der genaue Ablauf von Abfall und Anstieg des pH-Wertes inner­halb des Ver­dau­ungs­ka­nals ist dabei eigent­lich gar nicht so kom­pli­ziert.

 

 

pH-Wert von Speichel, Darmsaft, Pankreassaft und Galle

Der pH-Wert des Spei­chels und damit im Fang liegt bei etwa 6,9 bis 7,7, also im neu­tra­len bis basi­schen Bereich. Pan­kre­as­saft weist einen Wert von 7,0 bis 8,6 auf, also eben­falls im neu­tra­len bis basi­schen Bereich. Darm­saft ist mit einem Wert von 6,8 bis 6,9 ähnlich gela­gert. Bei Galle schwankt der Wert je nach Loka­li­sa­tion: In der Leber liegt der Wert bei 7,7 bis 8,2, in der Gal­len­blase bei 5,3 bis 7,1. 

 

 

pH-Wert im Magen

Im Magen werden die größten Schwan­kun­gen des pH-Wertes gemes­sen. Das liegt daran, dass zum Ver­dauen der Nahrung ein saures Milieu not­wen­dig ist. Jedoch würde ein dau­er­haft saurer Wert die Magen­schleim­haut sehr stark bean­spru­chen. Des­we­gen leitet der Körper nur dann saures Magen­se­kret ein, wenn es auch wirk­lich zur Ver­dau­ung benö­tigt wird.

Zwi­schen den Mahl­zei­ten liegt der pH-Wert daher im leicht sauren bis neu­tra­len Bereich (um die 6). Es wird nicht verdaut, also wird auch keine Säure benö­tigt. Direkt nach den Mahl­zei­ten jedoch, wenn das auf­ge­nom­mene Futter in den Magen gelangt, sinkt der Wert stark ab. Wie stark hängt von Sekret­bil­dung, Fut­ter­menge und Fut­ter­zu­sam­men­set­zung ab.

Die Absen­kung des pH-Wertes in den sauren Bereich wird über die im Magen­saft ent­hal­tene Salz­säure erreicht. Nahrung, die reich an Eiweiß oder Mine­ral­stof­fen ist, kann diesen Abfall ver­hin­dern und damit die Ver­dau­ung erschwe­ren. Die Auf­nahme von rohem Fleisch hin­ge­gen fördert die Sekret­bil­dung. Die mög­li­chen Tiefst­werte liegen je nach Nah­rungs­mi­tel bei 2 bis 3.

Zusam­men mit den vor­ver­dau­ten Nah­rungs­mit­teln gelangt der Magen­saft anschlie­ßend in den Zwölf­fin­ger­darm (Duo­denum). Dort wird basisch wir­ken­der Pan­kre­as­saft in den Ver­dau­ungs­ka­nal ein­ge­lei­tet, welcher die Salz­säure wieder neu­tra­li­siert. Erreicht wird dieser Aus­gleich über Natri­um­bikar­bo­nat, welches den Spei­se­brei (Chymus) beim Ein­flie­ßen in den Zwölf­fin­ger­darm (Duo­denum) durch­tränkt, die Salz­säure neu­tra­li­siert und den pH-Wert somit wieder auf etwa 7 anhebt. So werden opti­male Wir­kungs­be­din­gun­gen für die Pan­krea­sen­zyme geschaf­fen, welche die eigent­li­che Nah­rungs­ver­dau­ung in Gang setzen. 

Not­wen­dig ist das Absin­ken und wieder Anstei­gen des pH-Wertes aus meh­re­ren Gründen. Die Säure im Magen­saft wirkt nicht nur gärungs- und fäul­nis­wid­rig gegen mit dem Futter auf­ge­nom­mene Keime, sondern akti­viert auch das Enzym Pepsin, welches für die Spal­tung von Eiweiß zustän­dig ist. Aller­dings würde die Säure ohne ent­spre­chende Schutz­me­cha­nis­men den Magen selbst angrei­fen. Dies wird durch ent­spre­chende schlei­mige Sekrete ver­hin­dert. Hinzu kommt das Elek­tro­lyt Bikar­bo­nat, welches zusam­men mit der Salz­säure gebil­det wird. Es rei­chert sich in der Magen­wand an und schützt mit seiner neu­tra­li­sie­ren­den Wirkung die Magen­wand vor Säu­re­schä­den und der Ein­wir­kung von Ver­dau­ungs­en­zy­men. Das Bikar­bo­nat sorgt somit dafür, dass sich der Magen nicht sozu­sa­gen selbst verdaut. 

 

Quellen:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, 2010.

6 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Vera Hoheisel

    Hallo
    Meine Boxer­hün­din 3 Jahre wird seit 2 Jahren gebarft. Seit einigen Wochen würgt sie immer nach dem Fressen, aber nur abends. Morgens ist alles ganz normal. Ich hatte ihr mal eine Zeit lang Basen­pul­ver in Futter getan da war dann alles wieder gut, aber ich weiß nicht ob das auf Dauer gut ist. Sie ist All­er­gi­ker und ver­trägt keine Koh­len­hy­drate nur Geflü­gel und Feld­sa­lat. Laut Ernäh­rungs­be­ra­tung ist ihr Futter iOK. Was kann ich noch tun?
    Gruß Vera

    1. Vitaler Hund

      Hallo Vera,

      was heißt denn würgen? Rück­wärts niesen? Tro­cke­nes Würgen? Erbre­chen?
      Was sagt denn der Ernäh­rungs­be­ra­ter zu Basen­pul­ver? Oder einem Prä­pa­rat wie Ulco­gant? Ich würde das mal mit ihm und dem Tier­arzt abspre­chen. Und viel­leicht das ganze Problem dort nochmal anspre­chen, denn direkt nach dem Fressen würgen deutet darauf hin, dass das Fressen nicht ver­tra­gen wird. Wurde denn mal die Bauch­spei­chel­drüse unter­sucht? Bekommt sie morgens etwas anderes als abends zu fressen?
      Für weitere Fragen würde ich Sie gerne an unser Forum ver­wei­sen, dort ant­wor­tet es sich besser als hier im Kom­men­tar ;).

  2. Gabriele Lang

    meine Labra­dor-Schä­fer­mix Hündin 11 Jahre wird seit ca. 5 Jahren bekocht, erst mit Buch­wei­zen und Hirsch, das hecheln war weg (Happy dog Afrika vorher GEflü­gel­fett hoch­all­er­gisch und Spuren darin ent­hal­ten ohne Dekla­ra­tion), seit Jahren HIrsch­gu­lasch je 3 mal 3 Stück, ca. 350 g (sie wiegt 30 kg) . Dann fing sie nach Umstel­lung auf Dosen­fleisch das Hecheln an, und vorher shon durch mehr Fleisch und Kar­tof­feln kriegt sie seit 1 Jahr dazu, sonst nichts außer seit neuem Karot­ten und FEnchel aus­ge­presst sonst Durch­fall, dann 1/4 B-Komplex (auf eine nied­ri­ger Blut­druck von Niko­tin­säure ver­mut­lich), evt. die Clo­s­tri­dien per­frin­gens URsache in VEbin­dung mit viel Fleisch? Nach AMoi Clo­s­tri­dien noch 2 Kreuz da (vorher 1 Million), aber AP steigt ständig jetzt 922 und LDH stieg auch wieder, der von 545 auf 150 unter Anti­biose sank.
    Damals (schon am 4. Tag b)lutiger Urin durch zuviel Säure (IGPro DC brennt gleich auf der Zunge!), dann Kar­tof­feln – besser anfangs (Calcium vertrug sie nicht damals – jetzt womög­lich auch nicht aber sie ist nicht mehr dadurch Inkon­ti­nent und ich darf nicht mehr als 1 gramm rein­ge­ben). Sie letzten Wochen hechelte sie 2 Wochen – habe Voll­mers Rentier Tro­cken­fut­ter und Aras Tro­cken­fut­ter gegeben – aber die INfek­tion kam woher (CRP 115,5 CK 462 sank am 4. Tag AMoxy auf 155, die Eos waren immer 9 die sind jetzt 3 seit Anti­biose und Ente 4,6, gewesen, durch Anti­bio­tika lief sie dann nach 8 Tagen wieder und Ent­zün­dungs­werte sanken aufs Normale nicht die AP und LDH steigt auch wieder anauf 490 am 7. 10. sie ist auch beim GEhen müde schwach oder hat auch Schmer­zen? Wie bekomme ich ihren URinph basi­scher und gibt es ohne NIko­tin­säure B-Vit­amine ohne Kon­ser­vie­rungs­stoffe ohne Sojaöl, ohne Son­nen­blu­menöl.. g

    1. Vitaler Hund

      Hallo Frau Lang,

      leider fällt es mir schwer, Ihrem Geschrie­be­nen zu folgen. Viel­leicht könnten Sie die Frage noch einmal etwas struk­tu­rier­ter im Forum unter vitaler-hund-forum.de stellen?

      Vielen Dank und alles Gute!

  3. Angela Marin

    Ich habe eine 11 jährige alt­deut­sche Schä­fer­hün­din, die stark über­säu­ert . Mein Hund hat IBD und bekommt von Royal canin das hyper­all­er­ge­nic. Viel­leicht können Sie mir einen Rat /Tipp geben.
    Vielen Dank für Ihre Bemü­hun­gen .
    M. f. Gr.
    A. Marin

    1. Vitaler Hund

      Hallo,

      nur zur Absi­che­rung: Mit IBD meinen Sie die Inflam­ma­tory Bowel Disease? Exis­tiert dafür ein tier­ärzt­li­cher Behand­lungs­plan? Ich bin sicher, Sie haben inzwi­schen schon einiges darüber gelesen, aber viel­leicht hilft Ihnen diese Seite noch weiter? http://www.cibdai.de/behandlung.html

      Das Über­säu­ern kenne ich leider zu gut. Ich nehme an, der Hund erbricht Magen­saft, wenn er zu lange nichts frisst, am ehesten morgens? Wie oft am Tag und wann füttern Sie denn? Ich würde so viele kleine Mahl­zei­ten wie möglich füttern, abends so spät wie möglich und morgens so früh wie möglich.

      Alles Gute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>