Tagesbedarf und Kalziumversorgung bei Welpen / Junghunden

An der Füt­te­rung von Welpen ändert sich beim Barfen eigent­lich nicht viel im Ver­gleich zur Rati­ons­be­rech­nung bei adulten Hunden: Welpen brau­chen min­des­tens das Dop­pelte der Tages­ra­tion eines erwach­se­nen Hundes als Tages­ge­samt­ra­tion, das heißt durch­schnitt­lich etwa fünf bis sechs Prozent des Kör­per­ge­wich­tes. Sprich: Die Ration wird genauso berech­net wie im oben genann­ten Artikel beschrie­ben, nur eben mit vier bis fünf Prozent. Zu beach­ten ist dabei, dass das Kör­per­ge­wicht eines Welpen jede Woche steigt, wes­we­gen der Plan auch ent­spre­chend oft neu berech­net und ange­passt werden muss.

 

Der erhöhte Bedarf resul­tiert schlicht­weg aus dem Wachs­tum des Welpen. Gewebe und Knochen wollen erst auf­ge­baut werden, wes­we­gen der Fut­ter­be­darf ent­spre­chend höher ist. Daraus ergibt sich aber auch: Wird der Hund über­ver­sorgt, wächst er zu schnell. Des­we­gen ist es beim Welpen wichtig, wöchent­lich Gewicht und Wachs­tum zu kon­trol­lie­ren und die Rati­ons­be­rech­nung gege­be­nen­falls anzu­pas­sen. Beson­de­res Augen­merk sollte dabei auf die im Wachs­tum wich­ti­gen Mengen an Fett­, Ener­gie, Kal­zium, Phos­phorKupfer, Zink und Vit­amin A gelegt werden. Diese Werte bestim­men die Wachs­tums­ge­schwin­dig­keit. Detail­lierte Aus­füh­run­gen hierzu sowie einen Ver­gleich der Bedarfs­werte zwi­schen Welpen/Junghunden und adulten Tieren finden Sie unter »Gewichts­zu­nahme und Wachs­tum«.

Dort zeigt sich, dass der Kal­zi­um­be­darf beim Welpen im dritten und vierten Lebens­mo­nat nicht zwei oder drei Mal so hoch ist wie beim adulten Hund, sondern mehr als vier Mal so groß. Der große Spiel­raum der Kal­zi­um­ver­sor­gung, der bei zehn Prozent Knochen als Anteil der Tages­ge­samt­ra­tion besteht, sorgt aber dennoch für die Bedarfs­de­ckung.

 

 

Rechenbeispiel

Die Ration für einen Welpen im fünften Lebens­mo­nat würde mit etwa sechs Prozent berech­net. Wir gehen der Ein­fach­heit halber von einem runden Gewicht von zehn Kilo­gramm aus. Daraus ergeben sich fol­gende Werte:

Tages­ra­tion:

10 / 100 * 6 = 600 Gramm Tages­ge­samt­ra­tion
600 / 100 * 10 = 60 Gramm Knochen
600 / 100 * 60 = 360 Gramm Mus­kel­fleisch und Inne­reien
360 / 100 * 10 = 36 Gramm Inne­reien
360 – 36 = 324 Gramm Mus­kel­fleisch
600 / 100 * 30 = 180 Gramm Bei­la­gen
180 / 3 = je 60 Gramm buntes Gemüse, grünes Gemüse und Obst

 

Bei 60 Gramm Knochen pro Tag würde der Welpe 8.400 mg Kalzium zu sich nehmen, wenn er diesen Bedarf mit Rinder- oder Kalbs­kno­chen deckt. Im Falle von Geflü­gel­kno­chen wären es etwa 4.200 mg. Wenn man von etwa 50 Prozent Fleisch am Knochen ausgeht, ergibt das etwa 4.000 mg für die Füt­te­rung von Rinder- und Kalbs­kno­chen sowie etwa 3.600 mg für die Geflü­gel­kno­chen­füt­te­rung. Der Phos­ph­or­ge­halt muss in diesem Fall nicht extra berech­net werden, da das Kalzium-Phos­phor-Ver­hält­nis in Knochen mit etwa zwei zu eins von vor­ne­her­ein nahezu perfekt für den Hund ist.

Der Bedarf des bei­spiel­haft gewähl­ten zehn Kilo­gramm schwe­ren Welpens würde im fünften Lebens­mo­nat bei durch­schnitt­lich 260 mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht liegen. Das ergibt einen Tages­be­darf von 2.600 mg. Somit würde er diesen locker decken, wenn er die normal ver­an­schlag­ten zehn Prozent Knochen zu sich nimmt, selbst bei einem gerin­ge­ren, mit fünf Prozent berech­ne­ten Tages­be­darf. Hinzu kommt, dass nicht nur Knochen Kalzium ent­hal­ten, sondern auch andere Lebens­mit­tel. Nähres zu diesem Thema finden Sie auch unter »Kalzium und Phos­phor: Prak­ti­sche Füt­te­rung« sowie im Artikel »Kno­chen­füt­te­rung«.

 

Wann wird aus einem Welpen ein Junghund und aus einem Junghund ein erwachsener Hund?

Eine durch­schnitt­li­che Emp­feh­lung ist es, Hunde ab einem Jahr auf die Rati­ons­be­rech­nung für adulte Tiere umzu­stel­len. In diesem Alter haben die meisten Hunde in etwa ihre End­größe erreicht, wenn auch nicht ganz ihr End­ge­wicht. Die Bedarfs­werte von Kalzium und Phos­phor bestä­ti­gen diese Aussage, da sie ab einem Alter von sieben bis zwölf Monate unab­hän­gig vom End­ge­wicht des Jung­hun­des in etwa gleich sind, im Falle von Kalzium 130 bis 145mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht pro Tag, im Falle von Phos­phor 85 bis 90mg pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht pro Tag. Die Werte nähern sich also all­mäh­lich den Emp­feh­lun­gen für adulte Tiere (etwa 80mg Kalzium und 60mg Phos­phor pro Kilo­gramm Kör­per­masse pro Tag).

Die Zeit zwi­schen Welpen- und Erwach­se­nen­phase ist schwie­ri­ger zu berech­nen. Während beim Welpen noch  vier bis fünf Prozent des Kör­per­ge­wichts die Tages­ge­samt­ra­tion aus­ma­chen, sind es beim Jung­hund schon nur noch drei bis vier. Die Umstel­lung vom einen zum anderen Wert erfolgt am besten schlei­chend und anhand einer wöchent­li­chen Kon­trolle der Gewichts­zu­nahme des Hundes. Etwa ein Kilo darf ein Hund durch­schnitt­li­cher Größe in dieser Zeit zulegen. Gene­ra­li­sierte Aus­sa­gen sind auf­grund der sehr unter­schied­li­chen End­grö­ßen jedoch nicht möglich. Kleinst­hunde sind in einem Alter von wenigen Monaten bereits aus­ge­wach­sen, während Groß­hunde ihre etwaige Höhe erst mit über einem Jahr errei­chen. Daher soll an dieser Stelle noch einmal betont werden: Das A und O und eigent­lich auch das einzig wich­tige beim Barfen von Welpen und Jung­hun­den ist eine indi­vi­du­elle Anpas­sung der Fut­ter­ra­tion an den Hund, um ein zu schnel­les oder gehemm­tes Wachs­tum zu ver­hin­dern.

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