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Gemüsefütterung

GemueseGemüse kann bei einer Füt­te­rung von Trocken- oder Nass­fut­ter für eine vit­amin­rei­che Abwechs­lung sorgen. Beim Barfen ist das Ver­füt­tern von Karot­ten, Kohl­rabi und Co. uner­läss­lich. Das bunte und das grüne Gemüse machen je ein Drittel der pflanz­li­chen Ration neben dem Obst aus (bei einer Füt­te­rung ohne Getreide). Sie liefern dem Hund wich­tige Nähr­stoffe und Vit­amine, aber auch Faser- und Bal­last­stoffe. Oft herrscht jedoch Unklar­heit, welche Gemü­se­sor­ten ver­füt­tert werden dürfen. Die nach­fol­gende Liste soll für Klar­heit sorgen (sofern nicht anders ver­merkt bezie­hen sich die Angaben auf alle für den mensch­li­chen Verzehr geeig­ne­ten Teile einer Gemü­se­sorte, aus­ge­hend davon, dass das Gemüse roh ver­füt­tert wird), zunächst aber ein paar Hin­weise zur Zube­rei­tung:

 

 

Wie muss Gemüse zubereitet werden?

Die Gemü­se­ra­tion sollte immer so gut wie möglich zer­klei­nert werden. Manches Gemüse kann einfach fein geschnit­ten oder gehackt, anderes Gemüse kann mit einem Mixer oder Pürier­stab bear­bei­tet werden – je nach Härte der Gemü­se­sorte. Kochen oder Dünsten ist eben­falls möglich. Außer­dem sollte immer ein wenig Öl dazu gegeben werden, da viele Vit­amine (zum Bei­spiel Vitamin D) fett­lös­lich sind und dem­entspre­chend ohne Fett nicht vom Hund auf­ge­nom­men werden können. Hinzu kommt, dass der Hund keine für das Mahlen von Nahrung geeig­ne­ten Zähne besitzt, sodass er das Gemüse nicht selbst zer­klei­nern kann. Sein Spei­chel hat auch keine zer­set­zende, sondern haupt­säch­lich eine »schmie­rende« Wirkung. Ursprüng­lich nahm der Wolf mit Aus­nahme von gesam­mel­ten Beeren und ähn­li­chem seine pflanz­li­che Ration haupt­säch­lich über den Magen seiner Beu­te­tiere auf, das heißt als vor­ver­dau­ten Nähr­brei. Für ihn war es nicht wichtig, den pflanz­li­chen Anteil seiner Nahrung selbst vor­ver­dauen zu können, weshalb er dazu bis heute nicht richtig imstande ist. Dieser vor­ver­daute Nähr­brei – den Barfer haupt­säch­lich aus Pansen und Blät­ter­ma­gen kennen dürften – soll mit­hilfe der rich­ti­gen Zube­rei­tung simu­liert werden. Die Gemü­se­ra­tion kann zum Fleisch und/oder Obst dazu oder separat ver­füt­tert werden. Grund­sätz­lich sollte darauf geach­tet werden, dass das Gemüse auch wirk­lich reif ist. Bei Beginn der Roh­füt­te­rung ist darauf zu achten, nicht zu viele ver­schie­dene und am besten keine blä­hen­den Sorten zu ver­füt­tern, nach und nach sollte aber für die nötige Abwechs­lung in der Gemü­se­ra­tion gesorgt werden. Pro Gemü­se­ra­tion sollten vier bis fünf ver­schie­dene Sorten aus­ge­hend von einer Ration aus bunten und grünem Gemüse ver­füt­tert werden. Werden buntes und grünes Gemüse getrennt, genügen auch zwei bis drei Sorten.

Zwei bis drei Mal die Woche emp­fiehlt es sich für Barfer, das Gemüse grob gerie­ben zu ver­füt­tern. Das regt die Ver­dau­ung an.

 

 

Welches Gemüse darf ein Hund fressen?

  • Arti­scho­cke: aus­ge­nom­men säu­gende Hün­din­nen wegen hem­men­der Wirkung auf die Milch­pro­duk­tion
  • Blumenkohl/Karfiol: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Bochs­horn­klee: sti­mu­liert den Uterus, daher keine Füt­te­rung während der Träch­tig­keit
  • Bohnen: nur gekocht ver­füt­tern, roh ent­hal­ten sie das giftige Phasin, und nur in kleinen Mengen ver­füt­tern (können Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen)
  • Broc­coli: bei Emp­find­lich­keit gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Chi­na­kohl: nicht blä­hende Kohl­sorte, kann daher besser roh ver­füt­tert werden
  • Erbsen: wie alle Hül­sen­früchte bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Fenchel(-samen)
  • Gemü­se­amp­fer
  • Grün­kohl: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Gurke
  • Ing­wer­wur­zel: posi­tive, anti­oxi­da­tive Wirkung auf das Ver­dau­ungs­sys­tem, Einsatz bei ent­zünd­li­chen Gelenk­er­kran­kun­gen, ent­zün­dungs­hem­mende und anti­bak­te­ri­elle Wirkung, unter­stützt das Herz-Kreis­lauf-System, schleim­lö­send bei Husten
  • Karotte/Mohrrübe/Möhre (inklu­sive Blatt­werk)
  • Kartoffel/Süßkartoffel: Es darf nur die Knolle und diese auch nur gekocht ver­füt­tert werden!
  • (Knollen-)Sellerie: wirkt harn­trei­bend, ent­wäs­sernd, blut­rei­ni­gend und hus­ten­mil­dernd
  • Kohl­rabi (Knolle und Blätter)
  • Kürbis: wirkt ent­wäs­sernd
  • Lauch/Porree: Zwie­bel­ge­wächs, sollte daher nur sparsam ver­füt­tert werden (enthält N-Pro­pyl­di­sul­fid, welches zur Zer­stö­rung roter Blut­kör­per­chen führt, giftig ab 40g pro Kilo­gramm Kör­per­masse auf einmal, unge­ach­tet dessen, ob die Zwiebel roh oder gekocht ver­füt­tert wird)
  • Linsen(sprossen): dürfen wie alle Hül­sen­fürchte nur in gerin­ger Menge ver­füt­tert werden und sollten gekocht werden, können Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Mangold
  • Oliven (ent­steint)
  • Pak Choi/chinesischer Senf­kohl: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Paprika: Nacht­schat­ten­ge­wächs, es sollte nur sparsam und nur die roten Paprika ver­füt­tert werden (unreife Teile ent­hal­ten Solanin, welches in grö­ße­rer Menge Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen aus­lö­sen kann)
  • Pas­ti­nak (Knolle und Blätter)
  • Por­tu­lak: hoher Vitamin-C-Gehalt (immun­stär­kend), Tee aus den Blät­tern hilft bei Sod­bren­nen und lindert Blasen- und Nie­ren­be­schwer­den, wirkt blut­rei­ni­gend
  • Radies­chen: wirken ver­dau­ungs­för­dernd, können aber ein Brennen im Magen ver­ur­sa­chen
  • Rettich: kann Magen­bren­nen ver­ur­sa­chen
  • Rha­bar­ber (nur die Stängel, die Blätter sind giftig!): nur sparsam ver­füt­tern, enthält Oxalate, die Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen aus­lö­sen können
  • Rosen­kohl: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • rote Beete/Randen: wirkt immun­sti­mu­lie­rend, ver­dau­ungs­för­dernd und appe­tit­an­re­gend
  • Rotkohl: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Rüben (z.B. Runkel- oder Steck­rü­ben, alle Sorten können ver­füt­tert werden)
  • Rübs­tiel
  • Ruccola
  • Salate (z.B. Kopf­sa­late, Pflück­sa­late, Roma­na­sa­lat, Feld­sa­lat, Sauer­amp­fer, Rucola, Brenn­nes­sel, gewöhn­li­cher Löwen­zahn, Brunnen- und Gar­ten­kresse, Gän­se­blüm­chen, Chicorée(-wurzeln))
  • Sauer­kraut: abfüh­rende Wirkung, kann bei Ver­stop­fung oder ver­schluck­ten Gegen­stän­den ange­wen­det werden (immer mit dem Tier­arzt abspre­chen!)
  • Soja (Bohnen und Spros­sen): einer der größten pflanz­li­chen Eiweiß­lie­fe­ran­ten
  • Spargel: wirkt harn­trei­bend
  • Spinat: enthält Oxal­säure (kal­zi­um­bin­dende Wirkung) und spei­chert Nitrat aus dem Boden, was zu Nitrit umge­wan­delt wird und die Bildung von Harn­kris­tal­len fördern kann, sollte daher sparsam ver­füt­tert werden
  • Tomate: Nacht­schat­ten­ge­wächs, darf nur sparsam und nur gut reif ver­füt­tert werden (unreife Teile ent­hal­ten Solanin, welches in grö­ße­rer Menge Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen aus­lö­sen kann)
  • Topi­nam­bur (Knolle)
  • Weiß­kohl: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen
  • Wirsing: bei emp­find­li­cher Ver­dau­ung gekocht ver­füt­tern, kann Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen, hoher Vitamin-C-Gehalt (immun­stär­kend)
  • Wur­zel­pe­ter­si­lie (Knolle)
  • Zuc­chini
  • Zwiebel: enthält N-Pro­pyl­di­sul­fid, welches zur Zer­stö­rung roter Blut­kör­per­chen führt, giftig ab 40g pro Kilo­gramm Kör­per­masse auf einmal, unge­ach­tet dessen, ob die Zwiebel roh oder gekocht ver­füt­tert wird

Eine Über­sicht der Lebens­mit­tel, die Hunde für Hunde giftig oder nur bedingt bekümm­lich sind, finden Sie unter »Welche Lebens­mit­tel sind poten­ti­ell giftig für Hunde?«, eine aus­führ­li­che Liste aller für Hunde ungif­ti­gen Lebens­mit­tel unter »Welche Lebens­mit­tel darf mein Hund fressen?«.

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