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Nassfutter

NassfutterDie Wahl des rich­ti­gen Nass­fut­ters ist sicher­lich keine leichte. Zunächst muss hier zwi­schen Ergän­zungs- und Allein­fut­ter­mit­tel unter­schie­den werden. Ers­te­res enthält nicht alle vor­ge­schrie­be­nen Nähr­stoffe und Vit­amine, sodass die Mahl­zeit – ähnlich dem Barf – ergänzt werden muss. Letz­te­res kann ohne weitere Ergän­zun­gen ver­füt­tert werden, auch wenn es sich anbie­tet, sowohl bei den Sorten zu wech­seln als auch hin und wieder die Mahl­zeit mit fri­schen Zutaten zu ergän­zen. Details zur Dekla­ra­tion von Nass­fut­ter­mit­teln finden Sie hier: Dekla­ra­tion von Fer­tig­fut­ter­mit­teln.

 

 

Anforderungen an Nassalleinfuttermittel

Es gibt sowohl reine Fleisch­do­sen als auch ganze Menüs mit Gemüse und wei­te­ren Zutaten, manche mit, manche ohne Inne­reien. Bei den reinen Fleisch­do­sen findet sich meist eine längere Liste an Zusatz­stof­fen, da das Fleisch alleine als Nähr­stoff­lie­fe­rant nicht genügt. Was sollte denn nun aber drin sein?

Helmut Meyer und Jürgen Zentek geben fol­gende Richt­werte für den Erhal­tungs­stoff­wech­sel eines aus­ge­wach­se­nen Hundes mit nor­ma­lem Bedarf an (immer auf 100g der Ori­gi­nal­sub­stanz des Nass­fut­ters gerech­net), basie­rend auf der empi­ri­schen Unter­su­chung ver­schie­de­ner Sorten sowie wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen zum Tages­be­darf:

 

 

Nassfutter Nährstoffanforderungen

Die Angaben der rechten Spalte gelten für eine Tro­cken­sub­stanz von 22%, die bei Nass­fut­ter üblich ist. Details zu den Bedar­s­wer­ten können Sie den ein­zel­nen Arti­keln im Bereich Theo­re­ti­sche Grund­la­gen ent­neh­men.

 

Interpretation der Zahlen und Vergleich mit Trockenfutter

Die genann­ten Zahlen wirken im Ver­gleich zum Tro­cken­fut­ter zwar gering, doch resul­tiert dies vor allem aus dem hohen Gehalt an Flüs­sig­keit. Tro­cken­fut­ter hat auf den ersten Blick etwa die drei­fa­che Menge aller genann­ten Stoffe, doch liegt nach der Umrech­nung auf die Tro­cken­sub­stanz, sodass ein Ver­gleich zum Tro­cken­fut­ter über­haupt möglich ist, der Gehalt des Nass­fut­ters meist sogar höher. 

Als Tro­cken­sub­stanz wird die Masse eines Futters ohne seinen Flüs­sig­keits­ge­halt bezeich­net. Das heißt die Tro­cken­sub­stanz in Prozent ent­spricht 100 – Flüs­sig­keits­ge­halt des Futters in Prozent. Bei Tro­cken­fut­ter beträgt die Tro­cken­sub­stanz meist etwa 90% (bei halb­feuch­ten Sorten etwa 80%), bei Nass­fut­ter 22%. Für den Ver­gleich zwi­schen Trocken- und Nass­fut­ter müssen die Pro­zent­an­ga­ben des Nass­fut­ters erst auf die Tro­cken­sub­stanz des Tro­cken­fut­ters, mit dem ver­gli­chen werden soll, auf­ge­rech­net werden. Dies ist eigent­lich ganz einfach zu rechnen: 

  1. Berech­nung der Tro­cken­sub­stanz von Nass­fut­ter und Tro­cken­fut­ter mit 100 – Feuch­tig­keits­ge­halt = Tro­cken­sub­stanz in Prozent. 
  2. zu ver­glei­chende Angabe im Nassfutter*Trockensubstanz des Trockenfutters/Trockensubstanz des Nass­fut­ters = Pro­zent­wert des Nass­fut­ters bei 90% Tro­cken­sub­stanz.

Bei­spiel­rech­nung mit einem Tro­cken­fut­ter mit 8% Feuch­tig­keit und 25% Roh­pro­tein sowie einem Nass­fut­ter mit 78% Feuch­tig­keit und 8% Roh­pro­tein:​

  1. Tro­cken­fut­ter: 100 – 8 = 92%; Nass­fut­ter: 100 – 78 = 22%.
  2. (8*92) / 22 = 33,45%. 

​Das Nass­fut­ter enthält also ver­hält­nis­mä­ßig mehr Roh­pro­tein als das Tro­cken­fut­ter. Ein ähn­li­ches Ver­hält­nis zeigt sich auch bei den anderen Nähr­wer­ten.

 

Quellen:

  • Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernäh­rung des Hundes. Grund­la­gen – Füt­te­rung – Diä­te­tik, 6. Auflage, Enke Verlag Stutt­gart, 2010.

 

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