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Fellpflege

Das Fell kann wohl auf so viele Arten beschaf­fen sein, wie es Rassen gibt. Farbe, Länge, Locken, Dicke, Unter­wolle – die Mög­lich­kei­ten und Unter­schiede sind groß. Während aber kurz­haa­rige Hunde mit wenig Fell und Unter­wolle eher pfle­ge­leicht und mit gele­gent­li­chem Aus­bürs­ten bereits zufrie­den sind, erfor­dern die meisten Lang­haar­hunde etwas ein­ge­hen­dere Pflege. Und die wich­tigste Form der Fell­pflege besteht im Kämmen.

 

 

Wieso muss ich meinen Hund überhaupt kämmen?

Der ein­fachste Grund, einen Hund zu kämmen, ist Dreck. Denn jeder Hund macht sich beson­ders bei Matsch­wet­ter mal dreckig. Da Waschen im Übermaß nicht unbe­dingt för­der­lich ist, ist das Aus­käm­men ein­ge­trock­ne­ten Drecks eine adäquate Alter­na­tive. Außer­dem mas­siert das Kämmen die Haut, regt damit die Talg­drü­sen an und sorgt so für nicht nur sicht­bar geord­ne­te­res, sondern auch glän­zen­de­res Fell. Aus diesem Grund gehört die Fell­pflege auch zu den Grund­la­gen der Hun­de­hal­tung: Sie pflegt nicht nur das Fell, sondern den ganzen Hund und auch die Bindung zum Men­schen, sofern der Hund die Massage genießt.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch den Fell­wech­sel bezie­hungs­weise das regel­mä­ßige Haaren. Gerade in diesen Phasen ist inten­si­ves Kämmen von Nöten. Beson­ders dick­fel­lige Rassen benö­ti­gen diese Auf­merk­sam­keit nahezu ganz­jäh­rig, um nicht zu ver­fil­zen.

 

 

Bürsten über Bürsten…

Da nun Vor­teile und Gründe des Kämmens klar sind, bleibt noch die Frage: Womit kämme ich meinen Hund am besten? »Mit einer Bürste« ist die kurze Antwort auf diese Frage, doch von denen gibt es inzwi­schen eine enorm große Auswahl. Die Krux bei der Sache: Das große Angebot hat durch­aus seine Berech­ti­gung. Immer­hin ist das Fell etwas sehr indi­vi­du­el­les und will daher auch indi­vi­du­ell gepflegt werden. Hinzu kommt, dass sich für unter­schied­li­che Fell­be­schaf­fen­hei­ten, Haar­wech­sel­stär­ken oder Fell­be­rei­che auch unter­schied­li­che Bürsten eignen. Auch gilt hier kei­nes­falls »One Man, One Vote«. Für eine opti­male Fell­pflege kann die Nutzung meh­re­rer unter­schied­li­cher Bürsten erfor­der­lich sein.

Als Basis­bürste für die »Grund­pflege« eignen sich weiche Bürsten oder auch jene mit metal­li­schen, kleinen Haken. Letz­tere kommen etwas tiefer unter das Fell, sollten aber nur unter mildem Druck benutzt werden, da sie sonst auf der Haut kratzen können. Metall­ha­ken­bürs­ten gibt es auch mit Schutz­nop­pen auf den Zacken, diese gehen erfah­rungs­ge­mäß aber leider recht schnell ab und ver­fan­gen sich dann im Fell des Hundes, wo die kleinen Gum­mi­kü­gel­chen nur schwer wieder her­aus­zu­be­kom­men sind. Sowohl die Weich­bors­ten­bürs­ten als auch jene mit Metall­ha­ken eignen sich optimal, um die ersten losen Haare sowie getrock­ne­tem Schmutz aus dem Haar­kleid zu ent­fer­nen. Für kurz­fel­lige Hunde mit wenig Unter­wolle kann eine Pflege mit aus­schließ­lich einer dieser Bürsten bereits genügen. Die weich­bors­ti­gen Bürsten haben noch einen wei­te­ren Vorteil: Sie sind sehr sanft und eignen sich somit zum »Wohl­fühl­käm­men«. Wer also einen Hund hat, der sich sehr gerne kämmen lässt, kann mit einer solchen Bürste gefahr­los mas­sie­ren, ohne Angst haben zu müssen, zu viel Fell weg­zu­neh­men. Darüber hinaus können bürs­ten­scheue Hunde mit dieser sanften Vari­ante beson­ders gut an das Kämmen gewöhnt werden.

 

Furminator mit verschiedenen AufsätzenFür das Ent­fer­nen dicke­rer Unter­wolle eignen sich soge­nannte Fell­har­ken und Fur­mi­na­to­ren. Beide nehmen die bereits lose Unter­wolle aus dem Haar­kleid, sollten aber nur im Fell­wech­sel und nur selten ein­ge­setzt werden, um zu ver­hin­dern, dass zu viel Unter­wolle her­aus­ge­löst wird. Daher sollte beson­ders auf den Winter sparsam damit gekämmt werden. Beson­ders den Fur­mi­na­to­ren wird nach­ge­sagt, sie könnten noch nicht gelös­tes Haar »her­aus­schnei­den«, ins­be­son­dere, wenn sie zu inten­siv genutzt werden.

Eine weitere Mög­lich­keit, das Fell­kleid aus­zu­dün­nen, sind spe­zi­elle Scheren, die das Haar gezielt schnei­den. Wer keine Erfah­rung im Umgang mit den soge­nann­ten Effi­lier­sche­ren hat, sollte dies zur Sicher­heit einen Fach­mann – bei­spiels­weise einen Hun­de­fri­sör – machen lassen.

 

Haare verfilzt – und nun?

Je nach Fell­be­schaf­fen­heit neigen Hunde mehr oder weniger dazu, zu ver­fil­zen, beson­ders wenn irgendwo ein kleines Stück­chen Dreck oder ein abge­bro­che­ner Stroh­halm im Fell hängen, worum sich die Haare zwir­beln können. Es kann also schnell mal pas­sie­ren, dass irgendwo eine kleine ver­filzte Strähne zu finden ist. Durch regel­mä­ßi­ges Bürsten kann man dem zwar vor­beu­gen, wenn man aber dennoch einmal das Problem haben sollte, ist es mit etwas ober­fläch­li­chem Bürsten leider nicht mehr so einfach zu besei­ti­gen.

Bürste im FellIntui­tiv geht der erste Griff meist zur Schere, doch ist dies eher die letzte Option. Unter Einsatz der Finger und unter Ver­wen­dung von etwas Öl (Babyöl oder Son­nen­blu­menöl) lassen sich filzige Sträh­nen meist ohne Schnei­de­werk­zeug wieder ent­wir­ren. Manche Hun­de­hal­ter ver­wen­den anschlie­ßend noch Mäh­nen­spray für Pferde, welches einer­seits das erneute Ver­fil­zen ver­hin­dern und das Fell glän­zend machen soll, ande­rer­seits aber ein unna­tür­li­cher Ein­griff in die Fell­be­schaf­fen­heit und die natür­li­che Fett­schicht der Hun­de­haut ist. Gesun­des Fell kommt in erster Linie von innen heraus, weshalb die meisten Krank­hei­ten von schlech­tem Fell beglei­tet werden, während ein gesun­der und vitaler Hund meist glän­zen­des und locker fal­len­des Fell hat. Des­we­gen sollte soweit möglich auf der­ar­tige Pfle­ge­mit­tel ver­zich­tet werden.

 

Welche Hunde können geschoren werden?

Eine schwie­rige Frage, denn längst werden nicht mehr nur Pudel mit dem Rasie­rer fri­siert. In erster Linie sollte zwi­schen funk­tio­na­ler und opti­scher Schur unter­schie­den werden. Während es bei einem Pudel durch­aus not­wen­dig ist, das Fell regel­mä­ßig zu scheren, sind die zahl­rei­chen Pudel­fri­su­ren, die zur Auswahl stehen, kein unbe­ding­tes Muss. Wichtig ist zunächst nur, dass das Fell an den rich­ti­gen Stellen in die rich­tige Länge gebracht wird. Bei­spiels­weise werden die Haare über den Augen häufig so gekürzt, dass der Hund unge­hin­dert sehen kann. 

Somit kann eine Schur auch für andere Rassen als Pudel und Co. hilf­reich sein. Immer mehr Hunde weisen ein sehr dichtes Fell mit viel Unter­wolle auf, das im Sommer schnell zur Belas­tung wird. Erstes Mittel der Wahl ist natür­lich das regel­mä­ßige Kämmen, dann folgt das Aus­dün­nen. Außer­dem können ein paar kleine Ände­run­gen im Tages­ab­lauf bereits die Lösung sein. Wenn auch das nicht mehr hilft und der Hund trotz attes­tier­ter Gesund­heit mit den hohen Tem­pe­ra­tu­ren über­for­dert ist, wird es Zeit für dras­ti­schere Maß­nah­men.

Ein unter Hun­de­hal­tern belieb­ter Tipp ist das Aus­ra­sie­ren eines dünnen Strei­fens entlang des Bauches. Das soll dem Hund ermög­li­chen, sich über das Liegen auf kühlem Unter­grund auch selbst besser abzu­küh­len. Eine weitere Mög­lich­keit ist das groß­flä­chige Scheren, zumin­dest an bestimm­ten Kör­per­re­gio­nen. Hier muss von Hund zu Hund ent­schie­den werden, ob dies einen adäquate Lösung ist. Am besten holen sich Hun­de­hal­ter mit dieser Absicht zuvor Rat bei Tier­arzt und Hun­de­fri­sör ein.

Denn kri­ti­sche Stimmen ver­mu­ten gesund­heit­li­che Risiken in der Schur von Hunden mit dicker Unter­wolle – ins­be­son­dere, wenn zu stark aus­ge­dünnt und zu kurz geschnit­ten wird. Eine falsche Schur kann zur Folge haben, dass die Unter­wolle schnel­ler nach­wächst als das Deck­haar (für Details zum Wachs­tum von Hun­de­haa­ren siehe auch »Wie wachsen Hun­de­haare?«).

Ein wei­te­res, wenn auch umstrit­te­nes Risiko stellt die soge­nannte »Clipper Alope­zie« dar. Diese drohe, wenn die Haut sozu­sa­gen kahl gescho­ren und damit der vollen Wirk­kraft der Sonne preis­ge­ge­ben wird. Kri­ti­ker befürch­ten, dass die Kapil­la­ren – das heißt die kleinen Blut­ge­fäße in den Haut­schich­ten – ohne den Schutz des Fells ver­bren­nen könnten. Folgen wären kahle Stellen oder das ver­ein­zelte Wachs­tum von Woll­ebü­scheln.

Aus diesem Grund ist es wichtig, jene Berei­che der Fell­pflege, bei denen man sich unsi­cher ist oder gar keine Erfah­rung hat, zunächst in die Hände eines Fach­man­nes zu legen. Die meisten Hun­de­fri­söre zeigen ihren Kunden auch gerne, wie sie zu Hause am besten nach­schnei­den können und welches Werk­zeug sie ver­wen­den sollen.

 

Fazit

Alles in allem ist die Fell­pflege kein Hexen­werk. Sie ist viel­mehr ein großes Feld mit vielen Mög­lich­kei­ten zur indi­vi­du­el­len Hand­ha­bung, ori­en­tiert an den Bedürf­nis­sen jedes ein­zel­nen Hundes. Bei der Suche nach der rich­ti­gen Bürste (und einem zuver­läs­si­gen Her­stel­ler) geht Pro­bie­ren meist über Stu­die­ren. Alles weitere kann man sich bei Bedarf durch Bera­tung beim Fach­mann aneig­nen.

Sollte ich meinen Hund waschen?

Das Waschen des Hundes ist ein recht umstrit­te­nes Thema. Manche schwö­ren darauf, dass nur so das Fell gepflegt aus­sieht, doch kann das Waschen die natür­li­che Fett­schicht von Haut und Fell auch zer­stö­ren. Nor­ma­ler Weise ist es nicht nötig, einen Hund zu waschen. Durch die rich­tige Ernäh­rung und regel­mä­ßi­ges Bürsten erhält das Fell einen … 

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