Welcher Hund passt zu mir?

Welche Rasse soll der neue Hund haben?

Wenn nun fest­steht, dass ein Hund ein­zie­hen soll, bleibt noch immer die Frage, welcher es sein soll. Allein der FCI (Fédé­ra­tion Cyno­lo­gi­que Inter­na­tio­nale, der größte kyno­lo­gi­sche Dach­ver­band) erkennt derzeit etwa 360 Rassen an. Dazu kommen zahl­rei­che nicht vom FCI aner­kannte Rassen und Ras­se­kreu­zun­gen sowie Misch­linge. Die Auswahl ist also groß. Und die Frage nach der rich­ti­gen Rasse lässt sich nie pau­schal beant­wor­ten. Jeder ange­hende Hun­de­hal­ter legt auf andere Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten wert. Außer­dem ist jeder Hund – trotz Ras­se­stan­dard – ein Indi­vi­duum. Es ist aber nicht nur ent­schei­dend, welchen Hund man gerne hätte, sondern auch, welcher wirk­lich passt. Manch einer kommt bei­spiels­weise mit einem Jagd­hund bestens klar, an dem ein anderer ver­zwei­felt. Die oft gesuchte »Anfän­ger­rasse«, mit der jeder Mensch super zurecht kommt, gibt es daher nicht. Viel­mehr ist ent­schei­dend, dass Hund und Mensch sich ver­ste­hen. Der neue Hun­de­hal­ter sollte sich im Klaren darüber sein, dass sein Hund bestimmte Anlagen mit­brin­gen wird, mit denen er umzu­ge­hen lernen muss. Dabei sollte man sich aber nie aus­schließ­lich auf Ras­se­be­schrei­bun­gen im Inter­net oder in Büchern ver­las­sen. Wer eine Rasse wirk­lich ken­nen­ler­nen will, sollte sich mit erfah­re­ne­ren Haltern zusam­men­set­zen und sich deren Version einer Cha­rak­ter­be­schrei­bung anhören. Außer­dem lohnt sich ein Besuch bei einem oder meh­re­ren Züch­tern oder Ras­se­tref­fen immer, um mehr über die Wunschrasse zu erfah­ren.
Bei Misch­lin­gen, beson­ders, wenn die Rasse der Eltern nicht bekannt ist, sollte man sich immer bewusst machen, dass man ein kleines Über­ra­schungs­pa­ket bei sich auf­nimmt. Es lässt sich nicht so sicher wie bei einem Ras­se­hund vor­her­sa­gen, wie sich ein Misch­lings­welpe ent­wi­ckeln wird. Aller­dings erkennt Mensch natür­lich auch hier schon im Wel­pe­n­al­ter erste Cha­rak­ter­züge wie Neugier, Ver­spielt­heit, Ängst­lich­keit oder Zurück­hal­tung. Es ist oft auch schon gut zu erken­nen, wie viel Inter­esse die Welpen am Men­schen haben, ob sie eher selbst­stän­dig auf Erkun­dungs­tour gehen oder sich an anderen ori­en­tie­ren, oder ob sie sich bei­spiels­weise mit Futter oder Spiel­zeug moti­vie­ren und locken lassen. Meist sind die Wel­pen­hal­ter (seien es Pri­vat­leute, Tier­schüt­zer oder Tier­heim­mit­ar­bei­ter) auch recht bewan­dert in diesen Dingen – oder sollten es zumin­dest sein – und können einem daher den ein oder anderen Hinweis auf die künf­tige Ent­wick­lung des Welpen geben. 

 

 

Wie alt soll der neue Hund sein?

Gerade im Wel­pe­n­al­ter sind Hunde beson­ders putzig und knuffig. Nur ist ein Welpe nicht jeder­manns Sache. Abhän­gig von der der­zei­ti­gen Lebens­um­stän­den ist ein Welpe auch nicht unbe­dingt für jeden geeig­net, ein etwas älterer Hund aber viel­leicht schon.
Welpen haben den Vorteil, dass man sie als Halter im Prinzip von Anfang an prägen kann. Man sieht sie auf­wach­sen und lernen und erlebt jede Phase ihrer Ent­wick­lung mit. Dafür bedeu­ten sie auch einiges an Arbeit. Stu­ben­rein­heit, alleine bleiben, diverse Kom­man­dos, Ver­hal­ten gegen­über anderen Hunden oder sons­ti­gen Tieren – all das will gelernt werden. Das kostet Zeit und Mühe, die viel­leicht nicht jeder hat. Wer seinen Hund also recht zügig alleine lassen muss, sollte eine Betreu­ung orga­ni­sie­ren oder über einen etwas älteren Hund nach­den­ken.
Jung­hunde hin­ge­gen sind meist schon aus dem Gröbs­ten raus, kommen dafür aber nun in die Puber­tät, testen ver­mehrt ihre Grenzen aus und messen auch gerne mal ihre Kräfte mit gleich­ge­schlecht­li­chen Art­ge­nos­sen. Nicht jeder Jung­hund ist aber ein Rüpel, wes­we­gen es sich lohnt, den Hund vor der Adop­tion einfach mal ken­nen­zu­ler­nen. Auch ist ganz unter­schied­lich, was ein Jung­hund bereits kann und kennt. Manche beherr­schen die Grund­kom­man­dos, können alleine bleiben, sind stu­ben­rein und im Prinzip kleine Engel. Andere hatten viel­leicht ein nicht ganz so ein­fa­ches Leben, wurden kaum bis gar nicht sozia­li­siert, kennen kaum Kom­man­dos und zeigen die ein oder andere Auf­fäl­lig­keit.
Eine gene­relle Aussage über den Wis­sens­stand und das Ver­hal­ten eines Jung­hun­des lässt sich also nicht treffen. Man sollte aber, wie bei jeder Hun­de­an­schaf­fung, beden­ken, dass das Tier sich in seiner gewohn­ten Umge­bung unter Umstän­den ganz anders verhält als im neuen Heim. Manche zeigen sich nach dem Umzug zunächst zurück­hal­tend und ängst­lich, gewin­nen nach ein paar Wochen Ein­ge­wöh­nungs­zeit aber ganz schnell ein wenig zu viel Selbst­ver­trauen dazu. Natür­lich ist das aber nicht immer der Fall. 

Neben Jung­hun­den und Welpen gibt es natür­lich auch noch aus­ge­wach­sene Hunde mitt­le­ren oder höheren Alters. Beson­ders im Tier­schutz sind einige dieser Exem­plare zu finden, die auf ein neues Zuhause warten. Über diese Hunde wird oft gesagt, dass man mit ihnen auch die Fehler des Vor­be­sit­zers erben würde. Das stimmt natür­lich inso­fern, dass ein Hund höheren Alters mehr – gute wie schlechte – Erfah­run­gen mit­bringt und somit auch kein unbe­schrie­be­nes Blatt ist. Aller­dings lernen auch ältere Hunde ent­ge­gen dem Vor­ur­teil noch neue Dinge. Es dauert viel­leicht etwas länger, die eine oder andere Ver­hal­tens­weise wieder abzu­trai­nie­ren, doch jeder Hund ist bis zu seinem Lebens­ende erzieh­bar. Außer­dem hat nicht jeder dieser Hunde schlechte Erfah­run­gen gemacht. Manche sind gut erzogen und sozia­li­siert und haben dazu noch den Vorteil, dass sie bereits etwas ruhiger und gesetz­ter sind als Welpen oder Jung­hunde. Nicht außer Acht lassen sollte man aller­dings, dass ein älterer Hund viel­leicht schon das ein oder andere kleine Leiden mit­bringt. Typi­sche Alters­er­schei­nun­gen wie die Abnut­zung der Gelenke lassen sich leider nicht ver­mei­den. Die meisten dieser Alters­wehweh­chen lassen sich jedoch mit Hilfe eines Tier­arz­tes und ein paar hilf­rei­cher Haus­mit­tel­chen und Zusatz­fut­ter­mit­tel recht gut in den Griff bekom­men. 
Der Vorteil bei etwas älteren Hunden ist dafür, dass ihre Vor­be­sit­zer meist eine sehr genaue Aus­kunft über den Cha­rak­ter und mög­li­che Pro­blem­be­rei­che geben können, da solche Hunde im Nor­mal­fall bereits mit den meisten All­tags­si­tua­tio­nen mehr­fach kon­fron­tiert wurden. 

 

Grund­sätz­lich gibt es also nicht DIE rich­tige Emp­feh­lung, welche Rasse oder welches Alter nun geeig­net ist. Je nachdem, welche Ansprü­che man an seinen zukünf­ti­gen Vier­bei­ner stellt, sollten die Vor- und Nach­teile abge­wo­gen und eine situa­ti­ons­be­dingte Ent­schei­dung getrof­fen werden. Schluss­end­lich muss also bei allen Hil­fe­stel­lun­gen trotz­dem jeder Hun­de­hal­ter selbst wissen, welches Tier das rich­tige für ihn ist.

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